4. Rundgang - Technische Sehenswürdigkeiten der Region Chomutov

Persönlichkeiten wie Heinrich Rottenhan, Georg Buquoy, F. J. Gerstner, die Brüder Mannesmann und weitere spielten eine wichtige Rolle bei der Entstehung der traditionellen Eisen-, Bergbau-, Uhren- und Glockenindustrie, Wasserwerke und Fachschulen.

Persönlichkeiten wie Heinrich Rottenhan, Georg Buquoy, F. J. Gerstner, die Brüder Mannesmann und weitere spielten eine wichtige Rolle bei der Entstehung der traditionellen Eisen-, Bergbau-, Uhren- und Glockenindustrie, Wasserwerke und Fachschulen.

1 Eisenbahnstation Chomutov

Die Eisenbahnstation Chomutov (dt. Komotau) ist 1868 bis 1870 als ein gemeinsames Projekt der Gesellschaft Společnost buštěhradské dráhy (dt. Buschtěhrader Eisenbahn - B.E.B.), Ústecko-teplická dráha (dt. Aussig-Teplitzer Eisenbahn - A.T.E.) und der Stadt Chomutov entstanden. Sie wurde durch den Architekten Ing. Josef Pára aus Prag umgesetzt und sein spätklassizistisches Bahnhofgebäude diente den beiden Bahngesellschaften bis 1923, wo sämtliche private Bahngesellschaften durch die Československá státní dráha (dt. Tschechoslowakische Staatsbahnen) übernommen wurden. Das Eisenbahngebäude ergänzte 1872 das gegenüberstehende Fachwerkhaus des Bahnhofs Duchcovsko-podmokelské dráhy (dt. Dux-Bodenbacher Eisenbahn-Gesellschaft, DBE). Ende des 19. Jahrhunderts war Chomutov ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, der drei private Kohlenverfrachtungsstrecken mit direktem Anschluss nicht nur nach Prag, Teplice (dt. Teplitz) und Ústí nad Labem (dt. Aussig) sondern über zwei Bergstrecken auch nach Sachsen und über Cheb (dt. Eger) und Plzeň (dt. Pilsen) nach Bayern, verknüpfte. Weil der Bahnhof in Chomutov für die Buschtěhrader Eisenbahn von großer Bedeutung war, errichtete sie hier auch ein eigenes Depot, eine Lokomotivremise und zentrale Reparaturwerkstatt. Nach der Übernahme der Dux-Bodenbacher Eisenbahn-Gesellschaft, der Buschtěhrader Eisenbahn und der Aussig-Teplitzer Eisenbahn durch den Staat war das zweite Bahngebäude überflüssig und wurde in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts zum Güterbahnhof umgewandelt. Im Laufe der Jahre wurde das Depot noch erweitert und in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden hier zwei große Rundschuppen. Den Bau des dritten Rundschuppens verhinderten die Okkupation und der Krieg. Am Kriegsende wurde der Eisenbahnknotenpunkt in Chomutov, vor allem die beiden Rundschuppen und die Lokomotivremise, durch einen Luftangriff der Alliierten stark beschädigt. Es ist aber gelungen, sie herzurichten und seit Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts dienten sie für ganz Nordböhmen zu Waggonreparaturen. In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts kam es infolge des eingeschränkten Bahnverkehrs zur Stilllegung der Werkstätten, aber 2006 zog in die beiden Rundschuppen das Depositorium des Nationalen Technikmuseums mit der größten Sammlung der Eisenbahntechnik in Tschechien ein.

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2 Revolučnístraße - k.k. Postamt

Die ursprüngliche Poststelle in Chomutov (dt. Komotau) befand sich auf dem heutigen Husovo-Platz im Haus Nummer 38. Die Entscheidung über den Bau eines neuen modernen Postgebäudes fiel 1908, die eigene Umsetzung fand aber erst vier Jahre später statt. Die Stadt musste vorher die Häuser Nr. 61, 63, und 64 an der Ecke der heutigen Revoluční- und Neruda-Straße abkaufen und abreisen. Von dem ursprünglichen Vorhaben eines großen zweistöckigen Hauses musste wegen der Höhe der angrenzenden Häuser jedoch abgelassen werden, deshalb erfuhr das Projekt noch mehrere Änderungen. Zum Schluss setzte sich der Vorschlag eines niedrigen zweiflügeligen Gebäudes mit einer höchstens 13 m hohen Zentralrotunde durch. Infolge des I. Weltkrieges nahm der Bau eine erhebliche Verzögerung an. Das Postamt wurde erst im Februar 1915 eröffnet und diente seinem Zweck bis 1973, wo in der Palackého-Straße eine neue Postbehörde den Betrieb aufnahm. Am Anfang des 21. Jahrhunderts machte das Gebäude eine grundlegende Erneuerung durch und bietet gegenwärtig Gewerbeflächen an. Sehenswert ist die Bleiverglasung mit dem österreichischen Adler, die über dem Eingang erhalten blieb.

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3 Mannesmannröhren-Werke

An der Stelle der späteren Mannesmannröhren-Werke befand sich schon seit 1870 die Gesellschaft „Krušnohorská železářská a ocelářská společnost“ (dt. Erzgebirgseisen- und Stahlwerke) Chomutov mit einen Puddelofen, eine Modellmacherei und Blechzieherei einschließender Eisengießerei. Die musste aber in Folge der Finanzkrise 1873 ihre Tätigkeit einstellen. Die Anlage erwarb 1887 die Gesellschaft der Brüder Mannesmann aus Remscheid, die nach einem geeigneten Standort für das Walzen nahtloser Rohre nach ihrem neuen Patent suchte. Sie baute das ehemalige Eisenwerk um und schon ein Jahr später wurde hier das erste nahtlose Rohr nach dem neuen Pilgerverfahren gewalzt. Bis Anfand des 20. Jahrhunderts expandierte das Werk erheblich, zählte zu den größten Walzwerken auf dem europäischen Kontinent und beschäftigte schon um die 2 000 Mitarbeiter. Im 1. Weltkrieg spezialisierte sich das Werk auf die Rüstungsproduktion. Nach 1918 schaltete es wieder auf die Friedensproduktion um und trennte sich formal von dem Mannesmann-Konzern. Ende der 20er Jahre expandierte das Unternehmen wieder und konnte die gesamte Nachfrage decken. Es überwand auch erfolgreich die Große Wirtschaftskrise und in der zweiten Hälfte der 30er erfolgte eine erneute Produktionserhöhung. Zu dieser Zeit schloss sich das Werk wieder dem Mannesmann-Konzern an. Der 2. Weltkrieg bewirkte erneut die Ausrichtung auf die Rüstungsproduktion. Im Werk arbeiteten zu dieser Zeit nicht nur Zwangsarbeiter aus ganz Europa, sondern auch Kriegsgefangene. Am Kriegsende wurden die Walzwerke durch Luftangriffe der Alliierten beschädigt. Im Mai 1945 übernahm sie der tschechoslowakische Nationalverwalter und 1946 wurden sie zum Bestandteil des Nationalunternehmens Spojené ocelárny (dt. Verbundstahlwerke) in Kladno. 1949 trennte sich das Unternehmen wieder und bekam 1950 den Namen Válcovny trub Gustava Klimenta (Gustav Kliment Rohrwalzwerke). In den 50er Jahren expandierte es wieder und erreichte in den 70ern die höchste Produktion, womit es am Anfang der 80er Jahre zum größten Walzwerk in Ländern des ehemaligen sozialistischen Blocks wurde. Die Investitionen des Staates in das volkseigene Unternehmen Válcovny trub a železa Chomutov (VTŽ) (dt. Röhren- und Eisenwalzwerke) betrugen zu dieser Zeit mehr als 1 Milliarde Kronen. Das Werk bekam moderne westliche Mannesmann- und Sandviktechnik und baute mehrere neue Betriebe, Hallen und ein neues Verwaltungshochgebäude. Nach der Wende geriet es aber in große Schwierigkeiten und nach der 1994 erfolgten undurchsichtigen Privatisierung wurde es unter die Unternehmen Mannesmann, Sandvik und Dioss aufgeteilt. Heute befinden sich im kleineren Teil des ehemaligen Mannesmann- und VTŽ-Werkes zwei Röhrenwalzwerke. Der Großteil der 1945–1975 erbauten Betriebe wurde samt des Verwaltungsgebäudes aus den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts 2011 abgerissen.

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4 Poldi Hütte

Die Gründung der Filiale des Unternehmens Poldi Kladno in Chomutov (dt. Komotau) geht in ihrem Ursprung auf das Jahr 1916 zurück. Der Krieg verzögerte den Bau erheblich und zur vollständigen Fertigstellung des Werkes kam es wegen der erhöhten Rüstungsproduktion, vor allem der Großkalibergranaten, erst 1920. Nach dem Krieg ersetzten die Produktion der Projektile andere ergänzende Produktionsbereiche für die Poldi Hütte Kladno – eine Zieherei, Produktionsstätten für Silberstahl, gezogene Federdrähte, Ventilstahl u. ä. Zwischen den Kriegen richtete sich das Unternehmen auch auf die Fertigung von kaltgewalztem Bandstahl. Nach der Überwindung der Wirtschaftskrise in den 30er Jahren investierte die Mutter in weitere Produktionsbereiche, hauptsächlich für rostfreien Stahl und Flugzeugindustrieteile. Nach 1938 befand sich das Tochterwerk auf dem Gebiet des Dritten Reiches und für die Geschäftsführung war es sehr schwierig, einen wenigstens teilweisen Einfluss zu behalten. Im Krieg wurden hier vor allem Bauteile für die Luftwaffe gebaut und der Betrieb fiel dem Konzern Reichswerke Hermann Göring zu. Die Rüstungsproduktion war auch der Grund für den Alliierten-Luftangriff, der das Unternehmen stark beschädigte. Nach dem Krieg wurde die Tochtergesellschaft in Chomutov genauso wie der Mutterkonzern in Kladno verstaatlicht und 1946 ist die Hütte Bestandteil des volkseigenen Betriebes Spojené ocelárny Kladno (dt. Verbundstahlwerke) geworden. 1949 machte sich das Unternehmen in Chomutov selbstständig und war unter dem Namen Závody Julia Fučíka (ZJF) (dt. Julius Fučík Werke) tätig. 1958 kam es zum Zusammenschluss der Werke ZJF mit den Walzwerken in Chomutov und es entstand ein gemeinsames Unternehmen Válcovny trub a železárny Chomutov (VTŽ), národní podnik (dt. Walz- und Eisenwerke Chomutov, VEB). Beide Werke stellten Edelstahlprodukte her. Im Juni 1989 machte sich das Werk Závody Julia Fučíka wieder selbstständig und drei Jahre später wurde es zu Železárny Chomutov, a. s. (Eisenwerke Chomutov, AG) umbenannt. Seit 1998 sind die Eisenwerke sowie die Walzwerke Válcovny trub Chomutov, a. s. Bestandteil der Z-Group Steel Holding

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5 Sport- und Kulturkomplex Zadní Vinohrady

Seit 2012 verfügt die Stadt über eine moderne sportliche und kulturgesellschaftliche Anlage, die an den Alaunsee und den Niedererzgebirgischen Zoopark anschließt.

Die Anlage bietet folgendes an:

Der Bau der neuen Anlage im Ortsteil Zadní Vinohrady wurde im Jahr 2008 beschlossen. Die Stadt löste das Problem der ungenutzten ehemaligen Kaserne am Rande, sog. Brownfield, und im Rahmen der Integrierten Stadtentwicklungsplanung war es möglich, hier ein neues Kultur- und Sportzentrum samt der erforderlichen Infrastruktur auszulegen und aufbauen. Für die ganze Anlage, wo sich außer dem Wassersportzentrum „Wasserwelt“ (tsch. Aquasvět) auch ein Eisstadion mit einer Trainingshalle, ein Sommerfußball- und Athletikstadion, ein Kulturgesellschaftliches Zentrum mit zwei Kinosälen, eine In-line-Bahn, zwei Kinderspielplätze und die erforderliche Infrastruktur, wie Parkflächen für ca. 650 Fahrzeuge, öffentliche Beleuchtung, Umzäunung oder Grünflächen befinden, bekam die Stadt Fördermittel in der Höhe 1,035 Milliarden Kronen. Mit dem Eigenanteil handelt es sich also um ein Projekt im Gesamtwert von 1,6 Milliarden Kronen.

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6 Experimente - Hochhäuser Nr. 4596, 4689, 4750

Die drei achtzehnstöckigen, eine expressive Dominante der Stadt bildenden, Häuser sind Anfang der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts entstanden. Es handelte sich um ein einzigartiges Projekt neuer Stadtplanung von Chomutov (dt. Komotau), die nach dem Konzept der sog. Bandstadt auf der Verbindung mit Jirkov (dt. Görkau) beruhte. Ziel des Vorhabens war, die Braunkohleressourcen unter der Stadt freizusetzen, es drohte also die gleiche Gefahr, wie bei benachbartem Most (dt. Brüx).

Diese ausdrucksvollen Häuser gehören zu den wenigen aus den Ideen des schweizerisch-französischen Architekten und Stadtplaners Le Corbusier (der eigentlich Charles-Édouard Jeanneret-Gris hieß) ausgehenden tschechischen Bauwerken. Seine Konzeption des „Kollektivhauses“ – „unite d´habitation“ – wird in Tschechien nur noch durch das Kollektivhaus Koldům (dt. Kollhaus in der Stadt Litvínov (dt. Leutensdorf) der Architekten V. Hilský und E. Linhart v. 1948–1950 vertreten. Den Planungs- und Bauauftrag für die sechs Experimentalhochhäuser in Chomutov bekam der Architekt Rudolf Bergr. Zum Schluss wurden aber nur drei umgesetzt, weil die anspruchsvolle Kletterschalung für das sozialistische Bauwesen sehr aufwendig und kostspielig war. Eigene Gestaltung der Wohneinheiten ist für die sozialistische Bauweise atypisch. Die Häuser verfügen über Maisonette-Wohnungen, die durch weitere Gewerbeflächen (z. B. Ingenieurateliers) ergänzt werden. Im Kernbereich zwischen den Bauwerken gibt es ein Einkaufszentrum mit Gaststätte und an der östlichen und südlichen Seite eine Kinderkrippe und einen Kindergarten.

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7 Erzgebirgsvorlandzubringer

Das Wasserwerk Podkrušnohorský přivaděč (dt. Erzgebirgsvorlandzubringer) oder auch Zubringer Ohře–Bílina (dt. Eger-Biela-Zubringer) ist ein aus Gräben, Leitungen und Becken bestehendes Wasserleitungssystem. Es fängt das Wasser aus kleineren Bergwasserläufen auf, verhindert die Überschwemmung von Bergbaugebieten, versorgt Industrieobjekte der chomutover Region und stellt ganzjährigen ausreichenden Wasserstand im Fluss Bílina (dt. Biela) sicher. Der Zubringer ist insgesamt 33,8 km lang und in zwei Abschnitte geteilt, was auch seine zwei Bennennungen erklärt. Das 1957 in Klášterec nad Ohří (dt. Klösterle an der Eger) begonnene und 1967 in Jirkov (dt. Görkau) beendete Werk heißt Zubringer Ohře–Bílina. Der Volluferdurchfluss des eigenen Zubringers Ohře–Bílina beträgt 27 m³/s. Das Überlaufbauwerk liegt etwa 100 m über dem Pegel von Ohře (dt. Eger) bei Rašovice (dt. Roschwitz) und beginnt bei der Gemeinde Ciboušov (dt. Zibish). Direkt in Chomutov (dt. Komotau) wurde für den Zubringer eine den Fluss Chomutovka (dt. Assigbach) und das Bezruč-Tal hoch überquerende Wasserbrücke gebaut. Zwischen Chomutov und Jirkov führt er teilweise unter Tage und speist dank seinem Gefälle eine Kleinwasserkraftanlage. Das weiter wieder offene Bett kreuzt folgend den Bach Březenecký potok (dt. Pfaffenbach). An dieser Stelle endet der Zubringer Ohře–Bílina offiziell und läuft dann weitere 8,2 km als Podkrušnohorský přivaděč weiter. Dieser wurde 1973–1982 für einen fast doppelten Volluferdurchfluss also 56 m³/s aufgebaut. Der Zubringer fließt nach einigen hundert Metern am Anfang des Tals Telšské údolí (Töltschtal) mit dem Fluss Bílina in einem kleinen Mischbecken zusammen, aus dem beide Wasserläufe wieder voneinander unabhängig austreten. Der Fluss Bílina fließt in östliche Richtung, wo er dann in den Stausee Újezd mündet. Der Zubringer teilt sich in der Gemeinde Vysoká Pec (dt. Hohenofen) in zwei Arme. Einer kehrt zum Fluss Bílina zurück, in den er kurz vor seiner Mündung in den Stausee Újezd einfließt. Der zweite Arm verbindet sich dann mit dem aus dem Stausee Újezd austretenden Fluss Bílina. Dieser Zusammenfluss liegt am westlichen Ende des an den Erzgebirgsvorlandzubringer anschließenden Korridors Ervěnice (dt. Seestadtl).

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8 Museum Na Kočičáku und Verteidigungswerke in der Region Chomutov

Das entlang der Grenze mit Deutschland von dem Tal des Flusses Svatava (dt. Zwodau oder Zwota) über den Klínovec (dt. Keilberg) bis zum Berg Děčínský Sněžník (dt. Hoher Schneeberg) verlaufende Erzgebirgsmassiv war schon seit dem tiefen Mittelalter mit dichtem, das deutsche Sachsen mit seinem Zentrum Leipzig mit dem böhmischen Inland und seinem Zentrum Prag verbindendem Netz von Wegen und Handelsstraßen durchquert. Diese Wege blieben viele Jahrhunderte unverändert und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich die höchste Führung der tschechoslowakischen Armee mit der Lösung der Verteidigung im Erzgebirge befasste.

Außer den nicht umgesetzten Plänen für den Bau von schweren Befestigungsanlagen wurde vor allem mit der durch eine leichte Befestigungslinie sichergestellten Verteidigung gerechnet. 1936 bekam die Firma des Architekten František Hieke aus Louny den Auftrag zum Bau des 57 leichte Verteidigungsanlagen zählenden und einen Abwehrbogen vor der Stadt bildenden Abschnitts V.b Chomutov. Ein Jahr später sollte die bestehende durch Objekte des alten Typs gebildete Abwehrlinie im Rahmen des Bauabschnitts K-51 Chomutov zur Stärkung 25 Bunker bekommen. Der Bauauftrag wurde der Baufirma J. Stambašský aus Chomutov erteilt, die später aber zurücktrat und den Ausbau dann das Bauunternehmen Ing. J. Raynal und O. Balcar aus Prag übernahm. 1938 war die Verteidigungslinie zu Chomutov vollständig fertig und einsatzbereit. Infolge des Münchner Abkommens fiel das ganze Grenzbefestigungssystem Deutschland zu. Nach dem II. Weltkrieg verlor der Erzgebirgsvorlandwall seine strategische Bedeutung und wurde nicht mehr unterhalten. Später wurden im Zusammenhang mit dem Bergbau und Industrieausbau viele leichte Befestigungsanlagen abgerissen.

Das Museum bilden einige leichte Befestigungsobjekte aus dem Zeitraum 1936 bis 1937. Die neuere Art dieser Anlagen vertritt das schräge im Rahmen des Abschnitts K-51 Chomutov gebaute Objekt Nr. 10/A-160. Dieser Bau ist samt Ausstattung und Ausrüstung vollständig saniert und befindet sich im Zustand, den er zum Zeitpunkt des vorausgesetzten Einsatzes im Kampf mit dem Feind im Jahr 1938 hatte. Der Besucher kann hier die ursprüngliche Ausstattung, Waffen und Ausrüstung der Mannschaft, sowie die nach den erhaltenen Resten nachgemachte Tarnung sehen.

Einen Bestandteil des Museums bilden auch kleine Festungen aus dem Jahr 1936: Objekte Nr. 86/A, 87/C und 88/B des Abschnitts V.b, wobei die Nummer 87 durch ihre atypische Durchführung ohne mittlere Schießscharte eine landesweite Rarität ist. Auch dieser Bunker wurde von innen und außen in die originelle Gestalt aus dem Jahr 1938 gebracht. Die restlichen Festungen erfuhren bisher nur Außenerneuerungen.

Sehenswert ist auch die Veranschaulichung der Hindernisanlagen, die 1938 einen Bestandteil des Verteidigungssystems der meisten leichten Befestigungslinien bildeten. Es handelt sich um das längste wiederherstellte Panzerabwehrhindernis in Tschechien. Zum Museum gehören auch die restlichen den Berg Na Kočičáku umziehenden Objekte Muster 36, Nr. 85, 84 und 83, von denen die letzten zwei den Abschluss der damals wichtigen Verbindung Chomutov–Blatno bilden. Ihre Umgebung mit den bis heute sichtlichen Schanzgräben und Maschinengewehrnesten ist wirklich sehenswert. Deshalb gibt es hier schon jetzt einen Lehrpfad, auf dem zwischen den Befestigungsanlagen, Schanzgräben und vergessenen Maschinengewehrnesten eine fast 1 km lange Reise in die Geschichte unternommen werden kann. Das alles selbstverständlich mit fachlichen Erläuterungen erfahrener Reiseführer.

Öffnungszeiten: Mai–September: 10:00–17:00 Uhr

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9 Talsperre Kamenička und Dieter‘s Stollen

Die Stauanlage mit dem ursprünglichen Namen Franz-Josef-Talsperre wurde 1899–1904 im Tal des Bachs Kamenička (dt. Neuhauser Flößbach) zum Zweck der Trinkwasserversorgung der expandierenden Stadt Chomutov (dt. Komotau) erbaut. Das Projekt wurde durch die Firma Rumpel & Niklas aus Teplice (dt. Teplitz) erarbeitet und durch ein Gutachten des Professors Dr. Otto Lueger von der Universität Stuttgart bestätigt. Die Basis der Talsperre bildet eine 153 m lange und 31 m hohe Bogen-Gewichtsmauer aus Bruchstein. Durch die Abdämmung des Tals entsteht ein Wasserspeicher mit einem Wasserspiegel von 6 ha und einer Staulänge 450 m. Einen Bestandteil der Talsperre bildet auch das ursprüngliche Verteilungsbauwerk am Zusammenfluss der Zuläufe von den Teichen Nový rybník (dt. Neuer Teich) und Starý rybník (dt. Alter Teich). Das schließt an den im kompakten Felsen aufgebrochenen Umleitungskanal, sog. Dieter’s Stollen, an, der das Torfwasser vom Neuen Teich und bei höheren Durchflüssen auch teilweise vom Alten Teich außerhalb des Talsperreneinzugsgebietes abführt. Die Stauanlage Kamenička ist bis heute eine Trinkwassertalsperre mit festgesetzter Schutzzone. Um die Talsperre führt ein Wanderweg, der Zutritt zum Wasser sowie auf den Damm ist aber verboten.

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10 Jirkov, Stadtkeller, Talsperre

Eine herausragende Dominante des historischen Kerns von Jirkov (dt. Görkau) ist die einschiffige seit 1538 an der Stelle einer älteren kleinen Kirche stehende Dekanalkirche St. Ägidius. Unter der Kirche ruhen zahlreiche namhafte Persönlichkeiten der Herrschaft. 1958 wurde die Kirche zum Kulturdenkmal erklärt. Der an die Kirche angebaute Stadtturm stammt aus den Jahren 1540–1545. Der damalige Verteidigungs- und Überwachungsbau dient jetzt Ausstellung- und Aussichtszwecken. Im Turm befindet sich eine Büste des Bildhauers Johann Brokoff (tsch. Jan Brokof), der in Jirkov und im Schloss Červený hrádek (dt. Rothenhaus) mehrere Werke hinterließ. Seine Säule mit der „Sieben Schmerzen Mariens“ darstellenden Statue v. 1695 wurde 1966 vom Hauptplatz zu der westlichen Seite der Kirche versetzt.

In der Kostelnístraße steht an der Stelle einer ehemaligen Schule ein eindrucksvoll geputztes Haus Nr. 72 von Heinrich Günzel aus den Jahren 1909–10, in dem sich jetzt die Tschechische Sparkasse Česká spořitelna befindet. Das Haus östlich von der Sparkasse war früher ein prächtiges Jugendstilhotel „Ross“ oder „Zum weißen Roß“. Das einst niedrige Gebäude mit gleichnamigem Gasthaus geht in seinem Ursprung nachweisbar bis in die 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. Die gegenwärtige Gestalt bekam es in den Jahren 1919–1920..

Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde im Jugendstil das Haus Nummer 39 an der Ecke der Kostelnístraße (dt. Kirchstraße) und der gegenwärtigen Alešova-Straße umgebaut. Das nördliche Ende der Kostelnístraße schloss einst eine kleine hochgewölbte Steinbrücke über den Fluss Bílina (dt. Biela) ab. 1885 wurde sie durch eine neue, flache und breitete auf Eisenbalken stehende Brücke ersetzt. Bei der Brücke steht eine St. Nepomuk Statue aus dem Jahr 1708, die Johann Brokoff zugeschrieben wird. Dem Heiligen wurde sie zum Dank für den Schutz des Hauses vor dem Brand des Stadtviertels am Fluss gewidmet.

Der viereckige Dr. E. Beneš-Platz ist kurz nach 1540 entstanden. Die damaligen Besitzer von Jirkov beschlossen, auf dem linken Ufer des Flusses Bílina eine „neue Stadt“ zu bauen. In der Mitte der neuen Siedlung entstand so ein mit etwas unregelmäßiger orthogonaler Straßenstruktur umgebener Marktplatz. Die Gestaltung der Straßen prägten die Räume, die nach dem im Jahr 1554 unweit von der Stadt eröffneten Alaunschieferbergbau für den Bau zur Verfügung standen. Kurz nach dem Aufschluss von weiteren Gruben in der Nähe der neuen Siedlung wurden auf dem linken Ufer des Flusses Bílina noch zwei weitere Stadtteile aufgebaut – Bergmannskolonien Obere und Untere Zeche. In zwei bis drei Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts (1540 – 1570) bekam Jirkov so die Größe und Gestalt, die es noch Ende des 19. Jahrhunderts hatte. Der gegenwärtige Platz hat sein Erscheinungsbild seit den Jahren 1979–1982, wo alle Häuser an der südlichen und östlichen Seite abgerissen wurden.

Den Marktplatz beherrscht das Rathaus. Das ursprüngliche Gebäude gab es hier schon vor dem Jahr 1581. Damals kauften es die Bürger ab und ließen es dem Sitz der Ratsherren anpassen. Seine klassizistische Gestalt hat es seit 1840. Während der letzten Rekonstruktion in den Jahren 1997–1998 ist es den Planern gelungen, eine Beeinträchtigung der gotischen Gewölbe im Erdgeschoss und der sonstigen Stilelemente zu verhindern. Das Haus Nummer 2 bekam sein Erscheinungsbild in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts, das Posthaus mit der Nummer 3 wurde schlicht im Stile des legendären Pellerhauses in Nürnberg 1890 umgebaut und die Fundamente der Häuser Nr. 4 und 5 in der Rooseveltova-Straße wurden nach dem Abriss der alten Objekte 1891 gelegt. Die umgebaute Apotheke „Zum goldenen Hirsch“ (tsch. U zlatého jelena) geht in ihrem Ursprung auf das Jahr 1798 zurück und ihr heutiges Aussehen bekam sie 1883.

Auf dem Marktplatz steht ein Brunnen aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im Rahmen der Marktplatzinstandsetzung im Jahre 2011 erfuhr er eine Erneuerung. Auf seiner Spitze befand sich ursprünglich eine Herkules-Statue, die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Garten der Villa eines Fabrikanten in Chomutov versetzt wurde.

In der auf den Dr. E. Beneše-Marktplatz mündenden Příčnístraße befindet sich das Haus Nr. 19 mit erhaltenem Renaissanceportal v. 1617. In der Tyršova-Straße sind nördlich von der Feuerwache nur Häuser im östlichen Teil der Straße mit dem Kino von 1930 und dem gegenüberliegenden ursprünglich Empiregasthaus vom Ende des 18. Jahrhunderts, gegenwärtige Gaststätte Na Růžku (dt. An der Ecke), stehen geblieben.

Unter dem Marktplatz dehnen sich unzugängliche Gänge und Keller aus, die früher an die Kellerräume unter dem Brauereihügel anschlossen. Der Bau des Langen, auch Sandkeller genannten, Kellers begann nach einem großen Stadtbrand 1555 unter einem Hügel im westlichen Teil der damals noch befestigten Stadt. Die Keller sind im Sandstein ausgehoben und teilweise ausgemauert. Ihre erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1596, wo das Werk aber schon vollendet war. Das Verdienst wird dem Bürgermeisters von Jirkov Štěpán Enderle zugeschrieben. Aus urkundlichen Aufzeichnungen geht hervor, dass die Keller bis zu 150 Nischen und Kammern haben und zum Schutz von Dokumenten, Waren und Lebensmitteln vor Naturkatastrophen und wahrscheinlich von Anfang an auch der Bierbrauerei dienen sollten.

Bis 2006 waren die Gänge der Sandsteinkeller ungefähr 1 260 Meter lang. Ein Teil von ihnen wurde aber durch den Bau des Einkaufszentrums Tesco irreversibel zerstört. Die gegenwärtige Länge beträgt 850 Meter. Seit Mai 2007 sind die sanierten Keller wieder für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Im Tal Telšské údolí (dt. Töltschtal) bei Jirkov wurde am Zusammenlauf des Flusses Bílina (dt. Biela) und der Bäche Malá voda / Květnovský potok (dt. Kleines Bächel / Tränkebachel) 1960–1965 durch das Bauunternehmen Vodní stavby nach Plänen von Hydroprojekt Praha die Trinkwassertalsperre Jirkov gebaut. Die Stauanlage dient der Trinkwasserversorgung des Nordböhmischen Braunkohlebeckens, der Mindestdurchflusshaltung im Fluss Bílina, mit der mechanischen Energie am Abfluss einer Kleinwasserkraftanlage und dem Hochwasserschutz. Die Dammkrone liegt 454,80 m ü. M. und die Höhe des Absperrbauwerks erreicht 50,8 m. Die Staumauer bildet ein geschütteter Steindamm aus lokalen Materialien, mit schräger Tonbodenkerndichtung und sie ist eine der längsten in Europa. Die Stauanlage und ihre Umgebung befinden sich in einem Trinkwasserschutzgebiet und deshalb war der Damm lange nicht frei zugänglich.

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11 Flugplatz Pesvice

Die Geschichte des Flugplatzes in Pesvice (dt. Pöswitz) begann schon vor dem II. Weltkrieg, wo er vor allem für sportliche Segelflüge genutzt wurde. Im II. Weltkrieg diente er zur Ausbildung von neuen Luftwaffe-Flugzeugführern aus den Reihen der Hitlerjugend (sog. Flieger- Hitler-Jugend). Nach dem Krieg folgten wieder sportliche Flüge, die es da, zusammen mit verschiedenen Freizeitangeboten, bis heute gibt. Der Flugplatz in Pesvice ist ziemlich klein, gepflegt, voll begrünt und verfügt über zwei zueinander senkrechte Rollfelder. Er wird durch den Aeroklub Chomutov betrieben. Es handelt sich um einen Inlandsflugplatz, er hat aber schon eine Erweiterung auf internationale Flüge beantragt. Er wird durch kleine Motorflugzeuge und Ultraleichtflugzeuge, Hubschrauber sowie Gleiter genutzt, bietet auch Rundflüge an und betreibt eine Flugschule.

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12 Drachen von Březno

Drachen von Březno – Großschaufelradbagger KU 800 Der Großschaufelradbagger KU 800 wird Drachen Severus von Březno (dt. Priesen) genannt. Die Schaufelradbagger gehören zu den Maschinen mit kontinuierlichem Betrieb. Ihr Boom begann in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts, wo die Höchsttiefgroßschaufelradbagger im Tagebau eingeführt wurden. Der räumlich ausgeführte Schaufelradausleger in Form einer Gitterkonstruktion hängt auf einer Seite an Hubseilen und liegt auf der anderen Seite in einer Gelenklagerung mit Laufkatze, was das Ausfahren bis zu 12 m ermöglicht. Das Raupenfahrwerk besteht aus drei Raupenpaaren, von denen zwei gegenseitig lenkbar sind und das dritte frei ist. Das Schwenkwerk verfügt über sechzehn Stützrollen und einer kreisförmigen 8,4 m breiten Schienenbahn. Die Gesamtlänge beträgt 67 m und die Höhe 38 m. Der Großschaufelradbagger steht auf der ehemaligen Tagebaumontageebene unweit von der Gemeinde Březno und ist nach fast dreißigjährigem Einsatz im Tagebau Nástup Tušimice als technisches Denkmal für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Besichtigungen sind April bis Oktober jeden Samstag um 10.00, 13.00 und 14.00 Uhr von der Pforte des Bergwerkes Severočeské doly in Březno bei Chomutov möglich. Der Zutritt ist frei.

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13 Stausee Nechranice

Der Stausee Nechranice (dt. Negranitz) wurde 1961 bis 1968 als Hauptbrauchwasserreservoir für das unweit gebaute Kraftwerk in Tušimice angelegt. Das Projekt erarbeitete das Planungsbüro Hydroprojekt Praha und den Bau führte die Gesellschaft Vodní stavby Chomutov durch. Mit seiner Fläche 1 338 ha handelt es sich um das fünftgrößte Wasserbecken in Tschechien und sein 47 m hoher und 9 m breiter geschütterter Damm ist mit seiner Länge von 3 280 m der längste Damm dieser Art in Europa. Der Stausee fasst 287 Mio. m³ Wasser und seine Wasserfläche ist 1338 ha groß. Er verfügt auch über ein Kleinkraftwerk mit zwei Kaplanturbinen mit jeweils 5 MW Leistung. Im Einzugsgebiet des Flusses Ohře (dt. Eger) ist der Stausee ein wichtiges Hochwasserschutzelement. Durch seinen Bau sind die Gemeinden Běšice (dt. Weschitz), Chotěnice (dt. Kudenitz), Čermníky (dt. Tschermich), Drahonice (dt. Drohnitz) und Lomazice (dt. Lametitz) mit einer einzigartigen Wasserkraftanlage aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts untergegangen. Gegenwärtig wird der See vor allem zu Erholungszwecken genutzt und an seinen Ufern befinden sich viele Freizeitanlagen. Er ist auch ein oft aufgesuchter Sport- und Angelstandort. Ein Teil wurde im Rahmen des Natura-2000-Netzwerks zum Vogelschutzgebiet Nechranice erklärt.

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14 Aussichtsturm Málkov

Der frei zugängliche Aussichtsturm aus Stahl steht zwischen der Gemeinde Málkov (dt. Malkau) und seinem Ortsteil Zelená (dt. Grün) auf dem Hügel Skřivánčí vrch (dt. Lerchenhügel) ca. 7 km westlich von Chomutov (dt. Komotau). Er befindet sich in der Höhenlage 460 m ü. M., ist 16 m hoch und hat 87 Treppen. Die 7,2tonnen Konstruktion ist innen und außen verzinkt, was für ihre lange Lebensdauer sorgt. Die Idee, in der Nähe von Málkov unweit von Chomutov einen Aussichtsturm zu bauen, legte 2005 der damalige Bürgermeister Bursa vor. Das Projekt wurde durch Ing. Miloslav Čáp von der Firma Povoing aus Chomutov erarbeitet und der Bau durch die Baugesellschaft Jatur s.r.o. aus Prunéřov durchgeführt. Die Gesamtkosten betrugen fast 4 Mio. CZK. Die feierliche Eröffnung des Aussichtsturms erfolgte am 16. Juni 2011. Gute Aussicht gibt es vor allem in südlicher Richtung – Tagebaue, Kraftwerke Tušimice und Prunéřov, der Stausee Nechranice, Doupovské hory (dt. Duppauer Gebirge) oder das Hügelland Džbán (dt. Krugwald). In der nördlichen Richtung sind nur die naheliegenden höheren Berge, z. B. der Hügel Hradiště (dt. Radischken) zu sehen. Der Hügel Skřivánčí vrch ist dadurch interessant, dass an seiner östlichen Seite bis heute die Folgen des Málkov und seine Umgebung am 11. Juni 2000 heimsuchenden Wirbelsturms sichtlich sind (fast keine hochgewachsene Vegetation).

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15 Brücke Hačka

2007 wurde auf der neuen Hauptverkehrsstraße I/7 zwischen Chomutov und dem Grenzübergang Hora Sv. Šebestiána (dt. Sankt Sebastiansberg) über dem Bach Hačka (dt. Hatschka) eine 336,1 m lange und fast 60 m hohe Straßenbrücke in Betrieb genommen. Es handelt sich um die erste auf die Weise des freien Vorbaus im Grundrissbogen gebaute Brücke. Sie hat vier Felder 60 + 106 + 106 + 60 m. Das Rahmentragwerk wird durch eine monolithische Spannbetonbrücke gebildet. Der Hohlkastenträger hat 10,0 m breite Segmente mit beiderseitigen 5,9m-Kragstücken. Die Segmentgesamtbreite beträgt also 21,8 m. Die Bauhöhe des Überbaus ist unterschiedlich, in den Feldern und über den Stützen 2,65 m und über den Pfeilern 6,25 m. Das Traggerüst wird in länglicher Richtung mit vier Seilkabeln vorgespannt. Die Kragstücke sind teilweise vorgespannt in der Querrichtung. Die drei Hauptpfeiler bestehen aus einem Paar sehr dünnen 1,5 m starken Wänden mit variabler Breite in der Höhe. Es handelt sich um die gegenwärtig höchste Brücke Tschechiens, wo Bungee Jumping oder Kiene Swing betrieben werden.

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