2. Rundgang - durch Chomutov kreuz & quer

Ein Spaziergang durch den historischen Stadtkern mit einer Ausfahrt in die Randteile stellt dem Besucher alles vor, was zu dem heutigen Chomutov gehört. Die Geschichte, Natur, Technik und das Gesellschaftsleben werden wie auf dem Präsentierteller liegen.

Ein Spaziergang durch den historischen Stadtkern mit einer Ausfahrt in die Randteile stellt dem Besucher alles vor, was zu dem heutigen Chomutov gehört. Die Geschichte, Natur, Technik und das Gesellschaftsleben werden wie auf dem Präsentierteller liegen.

1 Rathaus

In der  1. Hälfte des 13. Jahrhunderts befand sich hier ursprünglich ein Herrschaftshof des Adelgeschlechtes Načerat mit einer Kirche. Nach dem Jahr 1252, wo die Stadt der Deutschritterorden gewann, wurde der Hof zu einer Ordenskommende umgebaut. Die Kommende gehörte zu den prachtvollsten in Böhmen und wurde nach dem Vorbild der in den Städten des Deutschordensstaates im Baltikum aufgebauten Kommenden errichtet. Sie befand sich im südwestlichen Teil der Stadt und war von ihr mit einer eigenen Schanze und einem Graben getrennt. Ihre Hauptdominante bildete die St. Katharina-Kirche mit dem markant vorgesetzten Chor. An die Katharinenkirche schloss ein senkrecht angebautes frühgotisches Ordenshaus an. Hier befanden sich der Sitz des Landes- und Stadtkomturs sowie die gemeinsamen Räume der Brüder. Einen weiteren getrennten Teil bildeten die Wirtschaftsgebäude mit Stallungen, Mastställen, Speichern, Scheunen, Viehställen und einer Schmiede. 1411 ging die Kommende in die Hände des Königs Wenzel IV. über. Im 15. Jahrhundert nutzten sie mehrere verschiedene Stadtbesitzer als herrschaftlichen Sitz. Ende des 15. Jahrhunderts baute Benesch von Weitmühl (tsch. Beneš Krabice z Veitmile) die ursprüngliche Ordenskommende nach dem Vorbild der Albrechtsburg in Meißen zu einem repräsentativen Palast um. Die großzügige Umgestaltung wurde aber erst in den 20ern bis 30ern des 16. Jahrhunderts unter seinem Sohn Sebastian (tsch. Šebestián) beendet. Benesch ließ diesen Sitz noch mit einer neuen mächtigen Mauer verschanzen, in deren südwestliche Ecke ein massives später als Schlossbastion genanntes Objekt eingebaut wurde. Das diente nicht nur Verteidigungszwecken, sondern wahrscheinlich auch Wohnzwecken. 1525 erlitt es bei verheerendem Standbrand große Schäden und wurde durch Sebastian von Weitmühl folgend zu einem nach norditalienischem Vorbild mit Terrakottaelementen reichlich verzierten Renaissanceschloss umgebaut. 1605 erkaufte sich die Stadt die Freiheit und das Schloss erfuhr eine Umgestaltung zum städtischen Rathaus. 1846 wurde das Gebäude umgebaut, wobei das Renaissanceeingangsportal und die Terrakottaelemente entfernt wurden. In den Jahren 1946 bis 1947 kam es dann zum Abriss des Westflügels. Gegenwärtig befindet sich im historischen Rathausgebäude das Stadtamt der Stadt Chomutov, das Regionalmuseum in Chomutov und die Galerie Art.

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2 Kirche St. Katharina

Die heutige Gestalt der Kirche ist nach dem Umbau einer älteren zum Hof Friedrichs von Chomutov (tsch. Bedřich z Chomutova) gehörenden Kirche entstanden. Der ursprünglich kleinere Chor mit geradem Verschluss wurde unter dem Deutschritterorden in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch einen größeren spätgotischen Chor ersetzt. Als Ordenskapelle diente die Kirche bis zum Jahr 1411. Ende des 15. Jahrhunderts ist die Katharinenkirche in die Hände der Familie Weitmühl (tsch. Veitmile) gekommen. Die baute die ursprüngliche Ordenskommende zum herrschaftlichen Sitz um. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts war die Stadt Chomutov im Besitz der Adelsfamilie Lobkowitz-Hassenstein (tsch. Hasištejnští z Lobkovic), die unter den Chorfußboden ein Familiengrabmal einbauen und zwei neue Betchöre (ein Betchor des Herren und der Frau und ein Betchor der Fräulein) errichten ließ. Aus dieser Zeit stammen auch die Reste der Renaissancewandgemälde. 1605 erkaufte sich die Stadt die Freiheit und im Laufe des 17. Jahrhunderts wandelte die Katharinenkirche zur Rathauskapelle unter der Verwaltung des Jesuitenordens um. Dem Orden diente sie bis 1773, wo sie nach seiner Auflösung in private Hände kam und entweiht wurde. Die Kirche wurde folgend hergerichtet, in Geschosse gestaltet und als Lager genutzt. Sie ging dann allmählich unter. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden einige Sanierungspläne vorgelegt aber keiner von ihnen wurde umgesetzt. Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts gab es sogar Überlegungen zu ihrem Abriss. In den Jahren 1995–2000 erfuhr die Kirche aber eine aufwändige Rekonstruktion und seit dem dient sie

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3 Kirche Mariä Himmelfahrt

Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Chomutov ist voraussichtlich in den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts entstanden und wird zum ersten Mal in einem durch den Papst Johannes XXII erlassenen Schriftstück aus dem Jahr 1330 erwähnt. Ursprünglich handelte sich vielleicht um ein einfaches dreischiffiges Gotteshaus, von dem nur die Sakristei mit der durch den Treppenhausturm verbundenen Schatzkammer erhalten blieben. 1516 begann nach Plänen des Architekten Jörg Schremmle aus Chomutov ein Umbau zur typischen spätgotischen Kirche, der sich aber das ganze 16. Jahrhundert zog. Das Gewölbe des dreischiffigen Raumes entstand unter der Leitung des Meisters Jacob Hans und wird auf einem der Schlusssteine auf das Jahr 1539 datiert. 1542 wurde dann der westliche Lettner eingebaut. Die Hochrenaissancesüdempore mit reichlich verziertem Herrenbetchor  der Lobkowitz stammt aus dem Jahr 1585. 1598 betraf die Dekanalkirche ein Feuer, bei dem auch das Chorgewölbe beschädigt wurde. Ein neues Gewölbe bekam der Chor im Jahr 1625. Weitere Bauarbeiten erfolgten 1699, bei denen der westliche Renaissancegiebel abgetragen wurde. Am Ende des 19. Jahrhunderts war die Statik der Dekanalkirche so beeinträchtigt, dass sie geschlossen werden musste. Einen umfangreichen Umbau erfuhr die Kirche in den Jahren 1909–1915. Dabei wurde, angeblich nach Originalvorlagen, auch der westliche Giebel erneuert. Nach dem ursprünglichen Sanierungsplan sollten die Kirchengestaltung umgedreht und der Chor mit der Sakristei abgerissen werden. Das Vorhaben wurde zum Glück nicht umgesetzt.

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4 Stadtturm

Ursprünglich handelte sich um den südlichen im Rahmen einer spätgotischen Umgestaltung um 1520 erbauten Turm der Dekanalkirche Mariä Himmelfahrt. Im Eingangserdgeschoss und im in das erste Geschoss führenden Wendeltreppenhaus gibt es Rautengewölbe, das die Zeitbezogenheit des Meißner Stils in Chomutov auch im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts bezeugt. Der Stadtturm diente als ein Glockenturm, brachte aber auch die Stadtfreiheiten zum Ausdruck. Deshalb wurde er nicht durch die Pfarrei verwaltet, sondern durch die Stadt. Im Unterschied zu den Königsstädten war er aber nicht Bestandteil des Rathauses (wie in Kadaň (dt. Kaaden), Most (dt. Brüx), Prag oder Brünn). Hier liegt er, wie bei einigen untergebenen Städten, am Gotteshaus an. Er wurde 1584 fertiggestellt, aber schon einige Jahre später durch einen Brand beschädigt. 1613 hinterließ ein Stadtbürger in seinem Testament Geldmittel für seine Reparatur und den Anbau eines neuen Geschosses. Beides wurde 1614 beendet. Die Turmunterhaltung war schwierig und kostspielig und schon 1651 musste das Dach repariert werden. Bei dieser Gelegenheit wurde auf die Dachspitze ein vergoldeter Messingadler angebracht, der die ursprüngliche Sonne mit Sternen ersetzte. 1873 erfolgte dankt einer Spende des chomutover Bürgers Friedrich Collin ein erneuter Umbau, bei dem der Turm den Renaissancedachstuhl und damit auch die Kuppelgestalt verlor und sein gegenwärtiges neugotisches Bild bekam. Der letzte Umbau fand im Zeitraum 1985–1990 statt. Seit dem dient er auch als städtischer Aussichtsturm.

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5 Dreifaltigkeitssäule

Dieses barocke Bildhauerdenkmal ist 1697 dank der Stiftung des chomutover Bäckermeisters Andreas Wolf und seiner Frau Katharina entstanden. Die Plastiken sind das Werk von Ambros Lorenz (tsch. Ambrož Laurentis). An der Spitze des Sandsteinwerkes befindet sich Jesus Christus mit dem Kreuz, zu seiner Rechten die Jungfrau Maria und zu seiner Linken die heilige Anna. Auf der anderen Seite der Säule finden wir den heiligen Joseph mit der Lilie und dem Buch. Über diesen befindet sich der segnende Gott der Vater und auf dem höchsten Punkt der Heiligen Trinität ist die Taube als Sinnbild des Heiligen Geistes. Auf den Seiten des Sockels sind die Namen  der Spender Andreas Wolf und Katharina Theresa Wolf und eine Fürbitte zum Schutz der Stadt vor Hunger, Krieg und Pest ausgemeißelt. 1719 wurden auf den Sockel den heiligen Johannes von Nepomuk, die heilige Rosalia von Sizilien, die heilige Katharina von Alexandrien und den heiligen Johannes den Täufer darstellenden Skulpturen aufgestellt. 1725 wurde an die ursprüngliche Säule noch eine steinerne Kanzel (Balustrade) mit Statuen der Heiligen Florian, Johann, Francisco de Xavier, Leonhard von Noblac, Rochus von Montpellier, Viktor und Wenzel vom Bildhauer Johann Oswald angebaut. Die ausbleibenden Attribute erschweren die Identifizierung der Statuen. Der Einstieg in die Kanzel ist mit zwei Engeln als Lichtträgern umrahmt. Ein Bestandteil der Wolf-Stiftung war auch die von der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt zu der  Dreifaltigkeitssäule führende St. Anna Wallfahrts-Prozession (26. Juli). 1962 wurde die Säule erneuert und wegen des ÖPNV auf den gegenwärtigen Platz versetzt. Ursprünglich stand sie aber mehr darunter, gegenüber der Einmündung der Chelčického-Str. auf den Markt.

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6 Haus Nr. 44

Das Eckhaus an der nordwestlichen Ecke des Markplatzes in Chomutov steht auf einem der ältesten Grundstücke der Stadt. Seine Wichtigkeit bezeugt auch die Nähe des städtischen Gotteshauses. An dieser Stelle befand sich wahrscheinlich das Haus des Richters, später wurde das auf zwei Grundstücken liegende Haus als Rathaus und Salzhaus genutzt. Der Bau des alten Rathauses konnte ungefähr kurz vor dem Jahr 1397 erfolgen, wo das Bauvorhaben durch den Land- und Stadtkomtur des Deutschritterordens genehmigt wurde. Das ursprüngliche Gebäude war vielleicht ein Block- oder Fachwerkhaus mit gemauertem Erdgeschoss und Kellerräumen. Gegenwärtig sind nur ein Teil unter der Ecke und eine Kammer gegenüber der Kirche Mariä Himmelfahrt erhalten geblieben. Zur Sanierung des Hauses kam es vermutlich erst nach dem Ende der Hussitenkriege. 1460 hatte es schon die gegenwärtige Größe und beherbergte außer dem Rathaus auch noch die Stadtschatzkammer, die Stadtwaage und das Salzhaus. Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde das Rathaus im Renaissancestil umgebaut, 1598 brannte es aber aus. Im Jahr 1605, wo sich die Stadt die Freiheit erkaufte, ist das Rathaus aber in das Schloss umgezogen und das Gebäude diente als Kneipe und städtische Brauerei. Im Dreißigjährigen Krieg zerfiel es, blieb aber weiterhin im städtischen Besitz. Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es hergerichtet, wobei im Erdgeschoss Handelsräume und im Obergeschoss Wohnungen für Stadtbedienstete entstanden sind. Im Jahr 1813 wurde hier während des Treffens der verbündeten Monarchen in Chomutov der preußische König Friedrich Wilhelm III. untergebracht. Nach dem Jahr 1849 diente es als Bezirksgericht. Ende des 19. Jahrhunderts kehrten in das Erdgeschoss wieder Geschäfte zurück und im Obergeschoss gibt es erneut Wohnungen.

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7 Haus Nr. 9

Es wird auch Collin’s Haus genannt. An seiner Stelle gab es früher zwei gotische Häuser, die aber in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts verfielen. Unter dem rechten Hausteil sind noch ihre ursprünglichen Kellerräume erhalten geblieben. Um 1450 wurde da ein neues Haus gebaut, dessen prächtiges Rautengewölbe bei keinem anderen Bürgerhaus ein vergleichbares Pendant findet. Ältere Literatur bringt die Entstehung dieses Hauses mit der chomutover Bürgerfamilie Collin in Verbindung, was aber nicht bestätigt werden kann. Zum Haus gehörten auch Bierbraurechte und Weinberge. Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts wurde das Haus reichlich mit Rautengewölbe versehen. Das befindet sich in drei Laubengangfeldern vor dem Haus, im großen Eingangsraum, Nebensaal, Innenhofgang und in einer Kammer. Das komplizierte Gewölbemuster des Nebensaales stimmt genau mit dem Rautengewölbemuster im Haus des Meißner Bischofs im sächsischen Wurzen überein. Wer der ursprüngliche Hausbesitzer und Gewölbeauftraggeber war, ist bisher ungeklärt geblieben. Eine der Möglichkeiten ist, dass das Haus als Witwensitz der Benussa Czalta von Steinberg (tsch. Kamenná Hora) (†1511), Gattin des Benesch von Weitmühl (tsch. Beneš z Veitmile) diente. Im Jahr 1530 war das Haus schon im Besitz von Daniel Reinhard und es handelte sich um das einzige Bürgerhaus, in dem Adelige untergebracht werden durften. Das Privileg dazu erteilten ihm die Herren von Weitmühl. Später ist das Haus in die Hände von Niklas Wolf übergangen und 1590 kaufte es Friedrich Collin (tsch. Bedřich Kolin). Das Haus blieb im Besitz der Familie Collin bis tief in das 19. Jahrhundert. Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es grundsätzlich klassizistisch umgebaut. Eine große Neugestaltung erfuhr es noch in den  50er Jahren des 20. Jahrhunderts, wo im Erdgeschoss neue Bogenfenster- und -türgewände eingebaut wurden. 1963 bis 1973 befand sich im Haus Nr. 9 der Betriebsclub des Bergwerkes Jan Šverma. Der sog. „Švermák“ zählte zu den ältesten Big Beat-Clubs der Tschechoslowakei.

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8 Häuser Nr. 14 und 15

Das Haus Nr. 14 baute nach der Ausplünderung und Besetzung der Stadt durch die Hussiten-Heere im Jahr 1423 die chomutover Familie Hynec, um hier Malz herzustellen und Bier zu brauen und eine Bier- und Weinschenke zu betreiben. Im Gasthaus durfte auch die sog. „gehobene Gesellschaft“ (Adel, reiche Wappengenossen) untergebracht werden. Im Besitz der Familie Hynec blieb das Haus bis 1606. Dann verkaufte sie es dem annaberger Bürger Paul Roth. Der bewirtschaftete es bis 1637, wo er nach Sachsen zurückkehrte. Das Gasthaus und das Haus kaufte dann der Mälzer Jan Sedlář, der aber mit seiner ganzen Familie durch die kaiserlichen Soldaten des Götz Regimentes ermordet wurde. Das Haus blieb so bis Ende des Dreißigjährigen Krieges öde. Einige Jahre nach dem Krieg verpachtete sich das Haus von der Stadt der ehemalige kaiserliche Offizier Johann Adam Kirsch, der da dann wohnte und erneut das Gasthaus und die Schenke betrieb. Am 18. November 1676 nahm es Jakob Schmucler in Pacht, der es „Reiter“ nannte, weil dort oft Offiziere der Reiter-Regimente und der Garnison von Chomutov Unterkunft fanden. Das Haus wechselte als Gasthaus und später als Hotel verschiedene Besitzer. 1920 kaufte es die Deutsche Kreditanstalt und baute zu einem Bankhaus um.

Das Haus Nr. 15 zählte schon seit Ende 15. Jahrhunderts zu den größten Bürgerhäusern in Chomutov und verfügte über Malz- und Bierbraurechte und ab dem 16. Jahrhundert über Schankrechte. Am Anfang des 18. Jahrhunderts entstand hier das erste Hotel, das den Namen „Zum schwarzen Adler“ trug. Von Anfang des 19. Jahrhunderts war es im Besitz der Familie Doberauer. 1894 bis 1937 betrieb das Hotel der chomutover Verein Bürgerbräu. Ihren Sitz hatten hier auch viele örtliche Vereine (chomutover Handwerkerverein, Deutscher Sportverein „Schwalbe“..., usw.) und im Saal des Hotels wurde 1921 das Invaliden-Kino errichtet, dessen Erträge zugunsten der Kriegsinvaliden verwendet wurden (nach dem Jahr 1945 hieß es Kino Slavia und nach 1955 Kino Svět).

Beide Häuser erinnern an das Treffen der drei Monarchen in Chomutov im Rahmen der antinapoleonischen Koalition am 21.-24. August 1813, an dem der österreichische Kaiser Franz I., der preußische König Friedrich Wilhelm III. und der russische Zar Alexander I. zusammenkamen. Die Herrscher begleiteten auch umfangreiche Gefolgschaft und Generalität der alliierte Armeen – Bruder des Zaren Alexander Großfürst Konstantin, Oberbefehlshaber der russischen Truppen Barclay de Tolly, Alexander Iwanowitsch Graf Ostermann-Tolstoi, österreichischer Feldmarschall und Oberbefehlshaber über die böhmischen Streitkräfte Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg, General Hieronymus Graf von Colloredo-Mannsfeld, österreichischer Kommandeur Graf Ferdinand von Bubna, Heerführer der böhmischen Streitkräfte Feldmarschallleutnant Joseph Wenzel Graf Radetzky von Radetz und russischer Feldmarschal Jean-Victor Moreau. Außer den politischen Konsequenzen des Österreichischen Beitritts zur Koalition befasste sich das Treffen auch mit der Abstimmung der Pläne des bevorstehenden Feldzugs und des gemeinsamen Vorgehens von allen verbündeten Streitkräften. Chomutov wurde für diese Zusammenkunft wegen seiner Lage an Zugängen zu Sachsen und seiner Nähe zu der bestehenden Frontlinie gewählt. Gerade Sachsen wurde als ein vorteilhaftes Schlachtfeld für die entscheidende Auseinandersetzung mit Napoleon und seinen Verbündeten ausgesucht, die später als Völkerschlacht bezeichnet wurde.

Die Beratung, während der die späteren politischen Ereignisse Europas beschlossen wurden, dauerte bis zum 24. August. In Chomutov wurde auch der Befehl zum sofortigen Marsch der Alliierten Armee nach Sachsen ausgegeben. Die verbündeten Streitkräfte brachen dann auf der leipziger Straße über das Erzgebirge in Richtung Dresden auf. In den Chroniken wird erwähnt, dass vom 24. - 25. August durch Chomutov bis 120 000 alliierte Soldaten durchmarschierten.

Am 4. Oktober setzten sich die Heere der Verbündeten erneut konzentriert nach Sachsen in Bewegung und am 5. Oktober kehrten der russische Zar Alexander und der österreichische Kaiser Franz nach Chomutov zurück. Zusammen mit den Monarchen kamen auch die Auslandsminister – für Österreich der Kanzler Fürst Metternich, für Russland der Graf Nesselrode und für England der Lord Castlereagh – und der sardinische Diplomat Prospero Balbo di Vinadio.

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9 Galerie Špejchar (Speicher)

Das am Anfang des Jahres 1613 gebaute Renaissancegebäude war ursprünglich ein einschiffiges zum Jesuitenkolleg gehörendes Oratorium. Es verfügte auch über einen Glockenturm, der später in die barocke St. Ignatius Kirche eingeschlossen wurde. In dieser Form können wir das Objekt auch auf der Stadt-Vedute (Ansicht) von Jacob Hoefnagel aus dem Jahr 1617 sehen. Als Kollegtempel diente es bis 1668, wo eine neue Kollegkirche geweiht wurde. Im Rahmen der Umgestaltung wurden dann die Geschosse hergerichtet und das Haus wurde als Kollegrefektorium genutzt. Hier wurde auch das berühmte Jesuitentheater gepflegt und im Refektorium fand die erste Operaufführung in Chomutov statt. Nach dem Jahr 1773 wurde das Gebäude mit einem Großteil des Jesuitenkollegs der Armee übergeben. Im 19. Jahrhundert diente es teilweise als Getreidespeicher oder Lager. Nach 1968 gab es hier Lagerräume eines Industrieartikelgeschäftes. Schon in den 80er Jahren wurden Pläne für eine Sanierung des verwüsteten Bauwerkes und Nutzung als Theater der Stadt Chomutov erarbeitet. Das Projekt wurde 1984 vorgelegt, fand aber nie statt. 1990 verpachtete die Stadt einen Teil des Objektes als Gewerbeflächen und ermöglichte hier die Errichtung einer privaten Galerie. Der Umbau mit einer gleichlaufenden Wiederherstellung des Kolleginnenhofes begann 1995 und endete 2001, wo hier die Stadtgalerie Speicher eröffnet wurde.

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10 Kirche St. Ignatius

Die ursprüngliche Kollegkirche diente am Anfang des 17. Jahrhunderts als provisorisches Jesuitengotteshaus, bis dann Mitte des 17. Jahrhunderts die gegenwärtige Kirche erbaut wurde. Heutzutage befindet sich in ihren Räumlichkeiten die Galerie Špejchar (dt. Speicher). Der Bau der Ignatiuskirche begann erst nach Ende des Dreißigjährigen Kriegs im Mai 1663 und er wurde dem in Böhmen lebenden italienischen Architekten Carlo Lurago anvertraut. Die Weihung erfolgte im Juni 1668. Zusammen mit der Ignatiuskirche wurde auch ein neuer Kollegflügel errichtet, mit dem die ganze Quadratur des Jesuitenareals abgeschlossen wurde. Das ursprüngliche Renaissancegotteshaus wurde zum Refektorium umgestaltet und sein Turm in das westliche Portal des jüngeren Tempels integriert. Die Ignatiuskirche ist ein typisches Beispiel der frühbarocken Jesuitenarchitektur in böhmischen Ländern. Es handelt sich um ein einschiffiges Objekt mit in drei Felder gegliedertem Stichkappengewölbe und länglichem Chor. An den Seiten des Hauptschiffs befinden sich zwischen eingezogenen Stützpfeilern die Seitenkapellen mit darüber liegenden Emporen. Die Kirche öffnet sich mit ihrer zweitürmigen einstöckigen Stirnseite in Richtung Marktplatz. Der eigene Bau wurde durch die Jesuitenkirche in Klatovy oder die Salvatorkirche im prager Clementinum geprägt. Die Gestaltung mit zwei Vielecktürmen kann ihr Vorbild im Dom von Salzburg haben. Der Innenbereich wurde in den 80er Jahren des 17. Jahrhunderts beendet. Besondere Aufmerksamkeit verdient vor allem die hochwertige Stuckverzierung der Seitenkapellen, besonders der Annenkapelle, im norditalienischen Baustil. Das Mobiliar und die Dekoration haben sich im Laufe der Zeit mehrmals geändert. Einen wichtigen Bestandteil bildete auch die im Jahr 1585 erstellte Kopie des Tafelbildes Ecce-Homo von dem Monogramisten I. W. aus dem Jahr 1541 (sie ist jetzt im Regionalmuseum in  Chomutov ausgestellt) und die gotische kurz nach der Fertigstellung der Kirche gestiftete Skulptur der Jungfrau Maria. Das ursprüngliche Hauptaltarbild ist nicht bekannt, aber 1865 wurde durch den chomutover Maler Wilhelm Kandler ein neues Gemälde St. Ignatius von Loyola erstellt. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde die Ignatiuskirche mit einer neuen spätgotischen Orgel, einem Rokokoaltar der Jungfrau Maria und einer Kopie des Ecce-Homo-Gemäldes ausgestattet.

1725 wurden nach Chomutov die durch Kardinal Salerno gestifteten Gebeine des heiligen Viktor gebracht und in der Ignatiuskirche feierlich beigesetzt. Nach der Aufhebung des Ordens und des Jesuitenkollegs im Jahr 1773 wurde das Gotteshaus für kurze Zeit den Ständen Böhmens übergeben, aber schon 1788 durch das Militär als Kirche für die neu errichtete Kaserne übernommen. Obwohl die Kirche zum Armeeeigentum wurde, diente sie auch als Garnisonskirche und war ebenfalls für die Öffentlichkeit zugänglich. 1899–1911 übernahm sie kurz die Rolle der städtischen Dekanalkirche, weil die Kirche Mariä Himmelfahrt wegen ihres baufälligen Zustandes und folgender Sanierung geschlossen wurde.

Nach 1945 verfiel das Gotteshaus allmählich und schon 1955 wurde sein Innenraum als baufällig bezeichnet. Durch die militärische Bewirtschaftung und Wandalismus blieb es so bis zum Jahr 1992, wo seine Sanierung begonnen wurde. Die Rekonstruktion erfolgte im Zeitraum 1992 bis 2000. Gegenwärtig gehören die Ignatiuskirche und ein Großteil des Jesuitenkollegs der städtischen Einrichtung Kultur- und Bibliothekservice-Zentrum, die sie zu Konzerten und Ausstellungen nutzt.

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11 Jesuitenkolleg, Quadratur

Die Gesellschaft Jesu kam nach Chomutov im Jahr 1589 auf Einladung von Georg Popel von Lobkowitz (tsch. Jiří Popel z Lobkovic), der hier nicht nur die Errichtung eines Jesuitenkollegs und Ḁgymnasiums, sondern auch die Umwandlung der evangelisch geprägten Stadt zur katholischen beabsichtigte. Der Bau des Kollegs begann 1590 und Georg Popel kaufte zu diesem Zweck im südöstlichen Teil des Marktplatzes Grundstücke mehrerer Bürgerhäuser auf. Der Arkadenhof mit der provisorischen Kirche (die gegenwärtige Galerie Špejchar (dt. Speicher)) wurde erst 1613 fertiggestellt. Die Ursache dieser Verzögerung lag nicht nur im Widerstand der örtlichen Protestanten, sondern auch im gesellschaftlichen Fall und der Einkerkerung von Georg Popel im Jahr 1594. Die Fertigstellung des ganzen Areals verhinderte der Dreißigjährige Krieg. Im Februar 1663 schloss der Rektor des Jesuitenkollegs mit dem Baumeister Carlo Lurago einen Vertrag über den Bau der Ignatiuskirche und die Fertigstellung des Kollegs ab. Das ist 1671 gelungen. Das Kolleg in der neuen Gestaltung diente bis 1773, wo es stillgelegt wurde. Im Mai 1776 wurde die Quadratur in die Kaserne des 36. Infanterieregimentes Fürsten Kinsky umgewandelt. Als Kaserne diente das Kolleg bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts. 1828 wurden Chomutov zur Garnisonsstadt erklärt und das 36. Infanterieregiment durch das 1. böhmische Feldjägerbataillon ersetzt, das 1847 wiederum das 22. ablöste. Das verweilte in Chomutov bis zum Jahr 1847, wo an seine Stelle das 42. böhmische Landwehr-Infanteriebataillon einzog. 1882 entstand das 92. Infanterieregiment Chomutov, das hier bis zum Jahr 1919 den Garnisonsdienst hielt. Dann wurde es durch das 46. tschechoslowakische Infanterieregiment ersetzt und das Areal zur Masaryk Kaserne umbenannt. 1938 bis 1945 war hier die deutsche Flugzeugabwehrartillerie stationiert. Der Standort diente bis 1968 als Kaserne noch der Tschechoslowakischen Volksarmee. 1981 bis 1996 wurde die Quadratur umfangreich rekonstruiert und gegenwärtig ist hier das Kultur- und Bibliothekservice-Zentrum untergebracht.

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12 Georg Popel-Haus

Das 1590 gebaute Haus sollte nach der ursprünglichen Bestimmung des chomutover Herrn Georg Popel von Lobkowitz (tsch. Jiří Popel z Lobkovic) als städtisches Armenhaus der Ordensgemeinschaft Gesellschaft Jesu dienen. Das einflügelige in den Stadtzwinger vorgesetzte Renaissancegebäude wurde direkt an der Stelle der ursprünglichen Stadthauptmauer in Anlehnung an eine Bastion gebaut. Nach der Fertigstellung diente es aber nicht dem ursprünglichen Zweck, sondern kurz als Jesuiten-Seminar. 1598 wurde es bei einem Stadtbrand vernichtet. Ein Jahr später erfolgte seine Reparatur, während der ein zweites Stock und ein weiterer Flügel angebaut wurden. Erhöht wurde auch die ursprüngliche Bastion und mit einem Renaissancehelmdach versehen. Bestandteil des Jesuitenkollegs war auch das Ende des 17. Jahrhunderts gebaute Haus des Kollegverwalters. Als Seminar diente das Jesuitenkolleggebäude bis zum Jahr 1773, wo der Orden aufgelöst wurde. 1779 wurde es durch die Dominikaner übernommen und zu einem Gymnasium umgestaltet. 1786 ist das Gymnasium unter die Verwaltung der Stadt übergangen. 1811 drohte seine Schließung, also nahmen es die Zisterzienser aus Osek (dt. Ossegg) auf. Ende der 30er bis Anfang der 40er Jahre des 19. Jahrhunderts erfuhr das Gebäude eine grundlegende Sanierung. Die Fassade bekam eine spätklassizistische Gestaltung, die ursprüngliche Turmkuppel wurde abgetragen und an ihrer Stelle eine Bühne für astronomische sowie meteorologische Beobachtungen errichtet. 1851 übernahm die Verwaltung der Schule wieder die Stadt, die hier ein Obergymnasium und ab 1870 ein Realgymnasium berieb. Das blieb da bis zum Jahr 1932, wo im Ortsteil Am Weinberg ein neues Realgymnasium entstanden ist. Das alte Gymnasium wurde dann der Tschechoslowakischen Armee übergeben und in den Komplex der Masaryk Kaserne integriert. Die Armee nutzte das Gebäude bis zum Jahr 1968. 1970–1972 wurde es saniert und der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei übergeben. Die betrieb es als sog. Haus der politischen Erziehung und veranstaltete hier Studiengänge der Marxismus-Leninismus-Abenduniversität (VUML). Im Jahr 1974 zog in einige Räume die Kreisbibliothek ein und 1981 wurde sie durch das Regionalmuseum ersetzt. 1989 bekam das Museum auch die Räumlichkeiten des damaligen Hauses der politischen Erziehung zur Verfügung. Im Gebäude, das den Namen seines Gründers Georg Popel von Lobkowitz trägt, ist heute das Regionalmuseum von Chomutov untergebracht.

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13 Reste der Wehranlagen und die Bastei Nr. 15

Schon in der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde um Chomutov eine aus Mauern mit einem Graben gebildete Wehranlage gebaut. Die Stadttürme wurden erst später schriftlich belegt, aber es kann vorausgesetzt werden, dass sie wesentlich früher entstanden sind - besonders in der an die Kommende des Deutschritterordens anliegenden Stadtmauer. In die Stadt führten drei Tore: das Weintor (von dem Hus-Platz), das Untere Tor (Ruskástr.) und das Brotbänke-Tor (Chelčického-Str.). Das ursprüngliche Obere Tor erschloss den Wirtschaftsraum der Kommende, ihr genauer Standort ist heute aber nicht mehr bekannt. Das neue Obere Tor, das sich an der Stelle des gegenwärtigen Einkaufscenters Central befand, ist erst in den 30er Jahren des 16. Jahrhunderts entstanden. 1404 ließ der Landkomtur Ulrich von Aussig (tsch. Oldřich z Ústí) die Stadt mit einer doppelten Mauer, also einer Hauptwehranlage, einer Zwingermauer mit halbrunden Basteien und einem neuen breiten Graben, verschanzen. Schwere Schäden erlitt die Stadtmauer bei der Erstürmung der Stadt durch die Hussiten im Jahr 1421 und einen Wiederaufbau erfuhr sie erst unter Benesch und Sebastian von Weitmühl (tsch. Beneš a Šebestián z Veitmile). Zu weiteren teilweisen Herrichtungen kam es unter Georg Popel von Lobkowitz (tsch. Jiří Popel z Lobkovic) Ende des 16. Jahrhunderts. Im 17. und 18. Jahrhundert verfielen die ungepflegten Schanzen und wurden in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts samt den Stadttoren abgerissen. Die am besten erhaltenen Stadtmauerteile bilden gegenwärtig die Reste der Zwingermauer mit einer kleinen halbrunden Bastei Haus-Nr. 15 in der Riegrova-Str. Die räumliche Struktur der Stadtmauer ist gegenwärtig noch in der Gestaltung der gegenwärtigen Straßen (Farského-Str., Mánesova-Str. und Na Příkopechstr.) zu erkennen.

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14 Spitalkirche zum Heiligen Geist

Die ursprüngliche vermutlich dem Heiligen Geist geweihte Spitalkirche wurde in der damaligen Prager Vorstadt wahrscheinlich schon im 14. Jahrhundert gebaut. Am Anfang des 16. Jahrhunderts erfuhr sie eine wesentliche Umgestaltung und von 1590 bis 1621 diente sie als evangelisches Gotteshaus den örtlichen Protestanten, weil sie durch den Stadtherren Georg Popel von Lobkowitz (tsch. Jiří Popel z Lobkovic) mit Hilfe der Jesuiten aus der städtischen Kirche der Jungfrau Maria Himmelfahrt verwiesen wurden. 1598 brannte sie samt dem benachbarten Hospital aus. Ein weiteres Feuer beschädigte die Kirche im Jahr 1638 und ihr Wiederaufbau gelang dank den Spenden der chomutover Seiler. 1642 erlag die Kirche mit der ganzen Prager Vorstadt erneut einem großen Brand. 1677 wurde sie erneut aufgebaut und brannte 1774 wieder ab. In den Jahren 1778 bis 1781 erfolgte ihre grundlegende Instandsetzung im barocken Stil, wobei sie eine neue Gestaltung mit länglichem Schiff und mäßig abgesetztem flachem Vieleckchor bekam. Von der ursprünglichen gotischen Kirche ist bis heute nur ein spätgotischer Stützring in der östlichen Presbyteriumwand erhalten geblieben. Die Kirche zum Heiligen Geist hat keinen Turm, nur ein achteckiges Giebeltürmchen auf dem Giebeldach. 1794 wurde sie das letzte Mal durch ein Feuer heimgesucht, die folgenden Reparaturen waren aber nicht mehr so umfangreich, wie nach den vorherigen Bränden. 1900 sanierte die Kirche erneut die Stadt, die über sie das Patronatsrecht hatte. Das bezeugt auch das Stadtwappen an der Stirnseite. Nach dem Jahr 1950 fiel das Gotteshaus der orthodoxen Kirche zu, die es bis heute betreibt. 1967 wurde das anliegende Spitalgebäude abgerissen und letzte Bauherrichtungen fanden im Jahr 2000 statt.

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15 Botanischer Minigarten

Die neu eröffnete Parkanlage, in der ein botanischer Minigarten errichtet wurde, befindet sich am Rande des städtischen Denkmalgebietes in der Nachbarschaft des Amtsgerichtes. An dieser Stelle gab es in der Vergangenheit den Stadtfriedhof und bereits an der Wende des 19. und 20. Jahrhunderts wurde hier der Theodor Körner-Park mit einer Promenadengestaltung eröffnet. Gegenwärtig dient die Parkanlage nicht nur der Entspannung und Erholung, sondern auch als botanischer Minigarten, der die Besucher mit den für das Erzgebirge typischen Pflanzen und weiteren Arten bekannt macht.

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16 Haus Nr. 32 Zu den zwei kleinen Bären

Das Haus Nr. 32, das gegenwärtig nach der Abbildung am Portal als „Zu den zwei kleinen Bären“ bezeichnet wird, zählt zu den schönsten Renaissancegebäuden in Chomutov. Schon die alte Hausnummer deutet an, dass es sich um eins der ältesten Häuser handelt und seine Bedeutung bezeugt auch die aufwendige Renaissanceerneuerung. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erwarb es im baufälligen Zustand die Familie Goldammer aus Behernfeld, die es wieder herrichten ließ. Die Familie Goldammer und danach auch die mit ihr verwandte Familie Wohlgemuth betrieben da das erste Postamt in Chomutov. Das blieb hier bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts und das Gebäude war lange als die „Alte Post“ bekannt. Am Anfang des 19. Jahrhunderts wechselte es den Besitzer und ging in die Hände der Familie Herbrich über. Das Renaissancesandsteinportal ist eins der schönsten in  Chomutov. Außer den schon erwähnten zwei kleinen Bären finden wir im Portalgewölbestein das Wappen mit einem Ammer mit gespreizten Flügeln – Zeichen der Familie Goldammer aus Behernfeld.

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17 Haus Nr. 48 Zu den zwei Rittern

Das Haus Nr. 48 war von alters her im Besitz der Familie Svojetín von Svojetín. Zu der Familie gibt es Aufzeichnungen in den Stadtbüchern, z. B. über den Kauf des Hopfenfeldes hinter dem Weintor an der St. Anna-Statue durch Jan Daniel Svojetín. Die Familie Svojetín besaß umfangreiche Weinberge und betrieb im Haus eine Weinstube und einen Weinverkauf. Der letzte von der Familie Svojetín gewann im Jahr 1773 als Stadtrat für die Stadt Chomutov die Gemeinde Hrušovany (dt. Hruschowan). Nach seinem Tot fielen das Haus und sein ganzes Vermögen der Stadt zu. Das Haus kaufte später Johann Binder aus sächsischem Annaberg und errichtete hier eine Kneipe und Weinstube. Nach der Sanierung des Hauses wurde die Weinstube am 25. August 1902 eröffnet. Die Familie Binder besaß die Binder’s Weinstube bis zum Jahr 1945. Nach dem Krieg wurde hier die Gaststätte „Zu den zwei Rittern“ errichtet, die es da bis heute gibt. In der Gaststätte ist zum großen Teil die authentische Innengestaltung der ursprünglichen Binder’s Weinstube erhalten geblieben. Später wurden auch die ursprünglichen Weinkeller des Binder’s Weingroßhandels genutzt. Die historiesierende Innenraumarchitektur mit reicher Ausmalung hat bis heute ihre Anziehungskraft behalten.

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18 Stadtpark

An der Stelle des heutigen Stadtparks befanden sich bis in das 18. Jahrhundert Sümpfe, was auch die alte örtliche Bezeichnung „Alter See“ bezeugt. Diese Nassgebiete waren für die mittelalterliche Stadt ein wichtiges, die nordwestliche Seite schützendes Verteidigungselement. Am Anfang des 19. Jahrhunderts begann der Stadtrat mit ihrer Entwässerung und Aufschüttung. An der Stelle des trocken gelegten Sumpfes wurde die sog. Königswiese errichtet. In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden hier ein Promenadenweg mit Allee und 1833 ein klassizistisches, nicht nur den örtlichen Scharfschützern, sondern auch anderen Vereinen dienendes Schützenhaus gebaut. In seinem Saal fanden regelmäßige Stadtbälle sowie Konzerte statt. Das  Schützenhaus wurde 1904 abgerissen und 1906 durch die sog. „Städtischen Parksäle“ im Neorenaissancestil (das gegenwärtige Stadttheater) ersetzt. Hinter dem Schützenhaus gab es auch einen Scheibenschießplatz, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aber aufgehoben wurde. In Chomutov blieb so nur das einzige Schützenhaus in der  Tober-Schlucht erhalten. In den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts war die Promenade der meist aufgesuchte Ort für Spaziergänge. 1873 begann dann ihre Umgestaltung zum Stadtpark, wobei restliche Kleinteiche verschüttet und ein Netz von Gehwegen aufgebaut wurden. 1874–1898 bekam der ganze Park, inkl. des Rosaparks, des französischen Gartens und des Arboretums eine Gartengestaltung, während der auch die ersten Lauben und Pavillons entstanden sind. Im Park fanden kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen und regelmäßige Konzerte der chomutover Garnison statt. 1885 wurden hier das Kaiser Joseph II-Denkmal und 1908 auch das durch den Verein der chomutover Veteranen gesetzte Franz Joseph I-Jubiläumsdenkmal enthüllt. 1918 kam es aber zur Beseitigung der beiden Denkmäler. Auf den Podest des Joseph II-Denkmals wurde 1928 eine Gedenkstätte zu Ehren der im Ersten Weltkrieg gefallenen Bürger der Stadt Chomutov aufgestellt. 1930 entstand im Park auch die berühmte Blumenuhr – eine Spende des wiener Großhändlers Walace. Zwei Jahre später erfolgte der Bau eines sechsseitigen Altans mit Terrarium und Aquarium. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Gedenkstein für die Gefallenen durch ein Denkmal der Roten Armee Befreierin ersetzt. In den 50er Jahren kamen noch das Denkmal der Tschechoslowakischen Volksarmee und das Jiří Dimitrov-Denkmal hinzu. In den 70ern des 20. Jahrhunderts erfolgten dann eine umfassende Neuherrichtung des Parks und Aufhebung des Aquariums. In diesen Jahren ging leider auch die Blumenuhr unter. In den 90er Jahren wurden dann das Denkmal der Roten Armee Befreierin zur Gedenkstätte für die Faschismusopfer und das Jiří Dimitrov-Denkmal zum Denkmal für die Opfer der Kriege und der Totalität umbenannt.

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19 Stadttheater

Das Neurenaissancegebäude, sogenannte Städtische Parksäle, wurde 1904-06 an der Stelle des ehemaligen klassizistischen chomutover Schützenhauses aus dem Jahr 1833 erbaut. Das Projekt erarbeitete und den Bau führte der Baudirektor der Stadt Chomutov, Dipl.-Ing. E. Landisch. Das Haus diente nicht nur zu Theater- und Konzertzwecken, sondern auch kulturellen und sozialen Veranstaltungen, Bällen, usw. Im Zweiten Weltkrieg waren hier ein Kino und ein Schulungszentrum der NSDAP. Nach dem Krieg wurde das Haus zum Bedřich Smetana Kulturhaus umbenannt. In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts übergab es die Stadt den Walzwerken Chomutov, die hier einen Betriebsklub der Revolutionären Gewerkschaftsbewegung (ROH) errichteten. In den 80er Jahren sollte das Gebäude grundlegender Sanierung und Neugestaltung unterzogen werden, wozu es aber dann nicht kam. Trotzdem wurden zu dieser Zeit bei einer Instandhaltung von der Brüstungsmauer die Statuen von vier Musen abgenommen. In den 90ern des 20. Jahrhunderts übernahm das Haus erneut die Stadt und unterzog es 1994 bis 2000 von außen und innen einer umfassenden Sanierung und Instandsetzung. Seit 2006 stehen am Theater zwei Sandsteinplastiken: vor dem Haupteingang die „Verhüllte“ von Miroslav Doležel und „Der neunte Engel“ von Václav Krob, der die 1971 enthüllte Statue von V. I. Lenin ersetzte.

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20 Kirche St. Barbara

Die Entstehung der Barbarakirche kann mit den Bauaktivitäten der Familie Weitmühl (tsch. Veitmil) in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und die Einweihung der heiligen Barbara mit dem Engagement der Familie im hiesigen Bergbau in Verbindung gebracht werden. Unweit von der Kirche befand sich sogar der Eingang in eine Grube. 1584 wurde die im Bau befindliche Kirche durch einen starken Sturm beschädigt, während dessen ein Blitz den Kirchenturm in Brand setzte. 1593 wollte Georg Popel von Lobkowitz (tsch. Jiří Popel z Lobkovic) ihre Instandsetzung beginnen, aber der politische Sturz dieses Magnaten legte das ganze Vorhaben still. Im Dreißigjährigen Krieg nutzten die Schweden die unfertige Kirche als Feldfestungsanlage und 1667 ließ sie der Besitzer der Gemeinde Oberdorf (tsch. Horní ves) Hrzán von Harasov teilweise abreisen und zum Bau der unweit liegenden Brücke über den Fluss Assigbach (tsch. Chomutovka) verwenden. Eingewölbt und überdacht blieb nur das Presbyterium. Im Siebenjährigen Krieg diente die Kirche wieder als Befestigung und aufgrund ihrer Zerstörung konnten hier keine Gottesdienste gehalten werden. Der Zustand der Kirche war sehr schlecht und Ende des 18. Jahrhunderts gab es sogar Überlegungen, sie abzureißen. 1813 wurde bei der Kirche ein Massengrab für die auf dem Weg aus dem Schlachtfeld in Sachsen in das Feldspital in Chomutov gestorbenen russischen Soldaten errichtet a und nach 1829 diente sie der Artillerie-Kaserne als Pulverlager. Erst 1833 wurden dann Bauherrichtungen eröffnet, um die Barbarakirche wieder zu liturgischen Zwecken nutzen zu können. 1838 kam es zur Aufhebung des anliegenden Friedhofs und 1865 zur Reparatur des Kirchenturms. Am Anfang des 20. Jahrhunderts befand sich die Kirche wieder im baufälligen Zustand. Erst 1923 erfuhr sie eine grundlegende Sanierung und wurde erneut Gläubigen zugänglich gemacht. Zu dieser Zeit entstand auch ein Projekt für die Fertigstellung der Kirche und Erneuerung des großen Kirchenschiffs, das aber nie umgesetzt wurde. 2009 bekam die Kirche ein neues Dach.

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21 Masaryk Staatsvolksschule und Bürgerschule

Die tschechische Minderheitsschule mit der Hausnummer 1626 wurde nach dem Entwurf des Architekten Ladislav Machoň in den Jahren 1925 bis 1926 im oberen Teil des Siemensplatzes (Masaryk-Platz) gebaut. Mit ihrer Masse in der Breite des ganzen Blocks schloss sie vollständig den Platz ab und bildete so seine Frontseite. Das Haus diente nicht nur dem Unterricht. Es handelte sich um einen ganzen Komplex, der außer den Klassenzimmern, der Turnhalle und den Werkstätten auch die Wohnung des Schulmeisters, die großzügig gefasste Wohnung des Direktors und Unterkünfte für die ledigen Lehrer umfasste. Der Unterricht in der tschechischen Sprache wurde an der Masaryk-Staatsvolksschule im September 1926 eröffnet und fand bis 1938 statt. 1935 wurde in Chomutov das tschechische Gymnasium eröffnet und weil es über kein Gebäude verfügte, erfolgte der Unterricht auch in der Masaryk-Schule. Nach dem Abtritt des Sudetenlandes im Jahr 1938 wurde der tschechische Unterricht beendet. Im Jahr 1945 bekam die Schule die ehrenhafte Folgenummer 1. Grundschule in Chomutov und 1952 dann den Namen des renommierten Akademikers Zdeněk Nejedlý. Diese Bezeichnung setzte sich aber nicht durch und sie wurde weiter 1. Grundschule genannt. Von dem Jahr 1968 wirkte sie als Grundschule mit erweitertem Sprachunterricht. 1984 erfuhr sie eine eingehende Bauherrichtung und bietet seit dem auch Unterricht in Kunstfächern an. 1990 bekam sie den Namen des ersten tschechoslowakischen Präsidenten T. G. Masaryk Grundkunstschule.

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22 TGM-Denkmal und F. J. Gerstner-Denkmal

Denkmal für F. J. Gerstner

1926 regte die Nebenstelle des Deutschen Ingenieurvereins die Errichtung eines Denkmals für den namhaften gebürtigen Chomutover Franz Joseph von Gerstner an. Die Stadt nahm die Initiative an und schrieb einen Ideenwettbewerb aus, den der Entwurf eines einfachen aber eindrucksvollen Denkmales des Architekten Karl Erstberger und Bildhauers Anton Holub aus Karlsbad gewann. Die Gedenkstätte hatte die Gestalt eines Pylonen mit einer niedrigen Steinwand, einem Gerstner-Bronzerelief und einer einfacher Aufschrift GERSTNER. Der Bau erfolgte in den Jahren 1931 bis 1932. Das Denkmal wurde zum 100. Todestag Gerstners am 25. Juni 1932 enthüllt, wobei auch ein Schreiben mit der Begrüßungsrede des Präsidenten T. G. Masaryk vorgelesen wurde. Im Mai und Juni 1945 wurde das Denkmal schwer beschädigt, weil es an die „deutsche“ Vergangenheit der Stadt Chomutov erinnerte. Seine Ruine schmückte den Platz bis in die Mitte der 50er Jahre, wo die Reste gesprengt und mit einem Autokran beseitigt wurden.

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Denkmal für T. G. Masaryk

Zum Anlass des siebzigsten Jahrestages der Gründung des selbstständigen Tschechoslowakischen Staates wurde im Oktober 1998 an der Stelle des Gerstner-Denkmals eine Büste des ersten Präsidenten T. G. Masaryk von dem akademischen Maler Kamil Sopko aufgestellt.

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23 Historische Villen in der Čelakovského-Straße

Die Reihe von neun Ende des 19. Jahrhunderts gebauten Villen schloss an ähnlichen durch Wien beeinflussten Villenausbau in großen böhmischen und mährischen Städten an. So ist ein komplexes den Rand der städtischen Parkanlage umrahmendes Villenviertel entstanden, an das der spätere Villenbau in der gegenwärtigen Straße Politických vězňů und in der Zborovskástraße anschließt. Von diesen neun, überwiegend im historisierenden Stil gebauten Villen ragt baukünstlerisch die puristische Villa Nr. 1090 heraus, die ursprünglich für den Rechtsanwalt JUDr. Richard Goldmann gebaut wurde. 1938  wurde die Villa dieser jüdischen Familie beschlagnahmt. Nach 1945 gab es hier eine Geschäftsstelle des Ministeriums für Informationen und später diente sie als Pionier- und Jugendhaus. 1977 wurde das Haus aufgrund seines baufälligen Zustandes verlassen und es verfällt leider bis heute. Von den anderen Villen sollte noch die Neorenaissancevilla Nr. 854 erwähnt werden, die vor dem Krieg dem Bürgermeister der Stadt Chomutov JUDr. Ernst Storch gehörte.

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24 Sport- und Kulturkomplex Zadní Vinohrady

Seit 2012 verfügt die Stadt über eine moderne sportliche und kulturgesellschaftliche Anlage, die an den Alaunsee und den Niedererzgebirgischen Zoopark anschließt.

Die Anlage bietet folgendes an:

Der Bau der neuen Anlage im Ortsteil Zadní Vinohrady wurde im Jahr 2008 beschlossen. Die Stadt löste das Problem der ungenutzten ehemaligen Kaserne am Rande, sog. Brownfield, und im Rahmen der Integrierten Stadtentwicklungsplanung war es möglich, hier ein neues Kultur- und Sportzentrum samt der erforderlichen Infrastruktur auszulegen und aufbauen. Für die ganze Anlage, wo sich außer dem Wassersportzentrum „Wasserwelt“ (tsch. Aquasvět) auch ein Eisstadion mit einer Trainingshalle, ein Sommerfußball- und Athletikstadion, ein Kulturgesellschaftliches Zentrum mit zwei Kinosälen, eine In-line-Bahn, zwei Kinderspielplätze und die erforderliche Infrastruktur, wie Parkflächen für ca. 650 Fahrzeuge, öffentliche Beleuchtung, Umzäunung oder Grünflächen befinden, bekam die Stadt Fördermittel in der Höhe 1,035 Milliarden Kronen. Mit dem Eigenanteil handelt es sich also um ein Projekt im Gesamtwert von 1,6 Milliarden Kronen.

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25 Experimente - Hochhäuser Nr. 4596, 4689, 4750

Die drei achtzehnstöckigen, eine expressive Dominante der Stadt bildenden, Häuser sind Anfang der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts entstanden. Es handelte sich um ein einzigartiges Projekt neuer Stadtplanung von Chomutov (dt. Komotau), die nach dem Konzept der sog. Bandstadt auf der Verbindung mit Jirkov (dt. Görkau) beruhte. Ziel des Vorhabens war, die Braunkohleressourcen unter der Stadt freizusetzen, es drohte also die gleiche Gefahr, wie bei benachbartem Most (dt. Brüx).

Diese ausdrucksvollen Häuser gehören zu den wenigen aus den Ideen des schweizerisch-französischen Architekten und Stadtplaners Le Corbusier (der eigentlich Charles-Édouard Jeanneret-Gris hieß) ausgehenden tschechischen Bauwerken. Seine Konzeption des „Kollektivhauses“ – „unite d´habitation“ – wird in Tschechien nur noch durch das Kollektivhaus Koldům (dt. Kollhaus in der Stadt Litvínov (dt. Leutensdorf) der Architekten V. Hilský und E. Linhart v. 1948–1950 vertreten. Den Planungs- und Bauauftrag für die sechs Experimentalhochhäuser in Chomutov bekam der Architekt Rudolf Bergr. Zum Schluss wurden aber nur drei umgesetzt, weil die anspruchsvolle Kletterschalung für das sozialistische Bauwesen sehr aufwendig und kostspielig war. Eigene Gestaltung der Wohneinheiten ist für die sozialistische Bauweise atypisch. Die Häuser verfügen über Maisonette-Wohnungen, die durch weitere Gewerbeflächen (z. B. Ingenieurateliers) ergänzt werden. Im Kernbereich zwischen den Bauwerken gibt es ein Einkaufszentrum mit Gaststätte und an der östlichen und südlichen Seite eine Kinderkrippe und einen Kindergarten.

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26 Niedererzgebirgischer Zoopark

Der Niedererzgebirgische Zoopark Chomutov wurde im Jahr 1975 gegründet. Er ist auf die Zucht von Tieren der paläarktischen Region (alte Landmassen Europas, Nordafrikas und Asiens) spezialisiert. Die meisten Tiere stammen aus Eurasien.

Sie können hier ca. 1000 Individuen von mehr als 160 Tierarten beobachten, unter denen es auch 14 gefährdete Arten aus europäischen Rettungsprogrammen gibt.Die wunderschöne Naturumgebung in Verbindung mit verschiedenen Dienstleistungen bietet den Besuchern viele Möglichkeiten für angenehme Freizeitgestaltung. Wer den Zoopark auf besonders bequeme Art erkunden möchte, nimmt an einer Fahrt mit der Bimmelbahn Amálka oder dem Safari Express teil. Zur Stärkung tragen zwei stilvolle Restaurants Tajga (Taiga) und U Pratura (Zum Urur) und mehrere Imbissstände bei. Bei den Eingängen gibt es Souvenirshops mit vielen schönen Andenken an den Tiergarten.

Kinder finden hier auch eine Spielanlage, wo sie schaukeln und klettern können. 2009 wurde gegenüber dem Braunbärengehege ein durch die Firma Project Outdoor, s. r. o. betriebenes Seilzentrum eröffnet. Die Kleinen können sich hier beim überwinden von Seil-, Netz- oder Holzhürden austoben. Die Bahn mit zwölf Hürden hat einen Eingang, einen Ausgang und einige Raststellen, die gleichzeitig zum eventuellen „Überholen“ der Teilnehmer dienen. Um die Sicherheit ihrer Kinder müssen Sie nicht bangen. Einzelne Laufstege verfügen über Geländer und unter jeder Hürde gibt es Sicherheitsnetze. Die Kinder werden außerdem durch das Bedienungspersonal betreut, das jederzeit gerne behilflich ist.

Das Ponyreiten gibt es jedes Wochenende von 13:00 -15:00 Uhr im PONY RODEO beim Eingang in den Zoopark (aus der Richtung von der Landstraße Nr. 13).

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27 Kastanienallee Kaštanka

Die Allee der Edelkastanien (auch Esskastanien) ließen Mitte des 17. Jahrhunderts in ihrem Sommersitz die Jesuiten aus Chomutov auspflanzen. Der Grund dafür war, bei einer Hungersnot, wie während des Dreißigjährigen Kriegs, den Bürgern von Chomutov eine Notlebensmittelquelle sicherzustellen. Diese einzigartige Allee wird schon 1679 im Werk von Bohuslav Balbín „Miscellanea historica regni Bohemiae“ erwähnt. Im 18. und 19. Jahrhundert war sie ein beliebtes Bummelziel der Einheimischen und 1887 errichtete hier der chomutover Verschönerungsverein einen vom Alaunkurbad bis nach Jirkov (dt. Görkau) führenden Ausflugsweg. 1899 wurde im Kastaniengarten eine Ausflugsgaststätte mit Tanzraum und Veranden eröffnet. Zwischen den Kriegen war er ein Treffpunkt der tschechischen Minderheit. Das Ausflugsrestaurant ist 1946 aber niedergebrannt und in den 60er Jahren wurden seine Reste abgerissen. Heute ist die Kastanienallee ein Bestandteil des Niedererzgebirgischen Zooparks und kann sich mit 133 ausgewachsenen Edelkastanien rühmen. Zusammen mit dem Kastaniennaturdenkmal in der ostböhmischen Gemeinde Nasavrky (dt. Nassaberg) zählt sie zu den ältesten und nördlichsten Kastanienalleen Tschechiens. Das Sammeln der Maronen ist jetzt aber unter Strafe strengst verboten.

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28 Freilichtmuseum Stará Ves (Altes Dorf)

Das Freilichtmuseum Stará Ves (dt. Altes Dorf) auf dem Gelände des Niedererzgebirgischen Zooparks Chomutov bringt die Geschichte und Lebensweise in alten erzgebirgischen Dörfern nah. Die Häuser und ihre Umgebung sind mit zeitnahen Gegenständen ausgestattet. Die Besucher können sie aus der Nähe besichtigen und zu ihrer Bedeutung und dem Zweck an Infotafeln oder von dem Reiseführer mehr erfahren. Eine ausdrucksvolle Dominante des Freilichtmuseums bildet die funktionierende Windmühle holländischer Art. Ein Fachwerkhaus lädt zum Besuch von Imkerei- und Spielzeug-Dauerausstellungen ein. Das Gut stellt das Leben auf dem Lande sowie die gewöhnlichen Hausarbeiten, die Landwirtschaft und das Handwerk vor. Im Rahmen von Begleitveranstaltungen werden anschaulich auch die fast vergessenen Lebensweise, Volkstraditionen und -künste vorgeführt. Der Besuch des Alten Dorfs ist im Rahmen des einheitlichen Eintritts in den Zoopark möglich. Geöffnet ist jeden Tag. Broschüren mit ausführlichen Informationen zu den Objekten im Alten Dorf stehen an den Kassen zur Verfügung. Wenn Sie noch mehr erfahren möchten, dann können sie an geführten Besichtigungen teilnehmen.

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29 Bezručovo údolí (Bezruč-Tal)

Das Tal Bezručovo údolí (dt. Bezruč-Tal früher Grundtal) ist das tiefste und längste Tal im Erzgebirge und schließt direkt an das Ballungsgebiet von Chomutov-Jirkov an. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war es ein gern aufgesuchter Ausflugsort der Einheimischen. 1881 entstand hier direkt in einer Nagelfabrik von Franz Heege das erste Ausflugsgasthaus. Acht Jahre später ließ er neben dem Werk ein neues Restaurant mit geräumigem Saal bauen. Im Tal befanden sich am Fluss Chomutovka drei Mühlen mit Sägewerken, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts auch als beliebte Ausflugsgaststätten genutzt wurden. 1898 bekam das Tal eine Straße, die hauptsächlich zum Bau der Talsperre Kamenička (ursprünglich Franz Josef Talsperre) errichtet wurde. Die Talsperre sollte aus dem gleichnamigen Bach die sich ausbreitende Stadt Chomutov mit Trinkwasser versorgen. In der sog. Zweiten Mühle ist Anfang des 20. Jahrhunderts außer einer Gaststätte auch eine Unterkunftshütte entstanden. Die beliebteste war aber die Dritte Mühle (auch sog. Dreiwassermühle) am Zusammenlauf der Flüsse Chomutovka (dt. Assigbach), Kamenička (dt. Rotenhauser Floß) und des Bachs Křimovský potok (dt. Krimaer Bach). Die Erste sowie Zweite Mühle dienen bis heute als Verpflegungs- und Unterkunftseinrichtungen, aber die Dritte Mühle ist nach langjährigem Verfall fast ganz untergegangen. 1895 wurde unweit von der Ersten Mühle ein Denkmal zur Ehre von Alois Schmidt enthüllt. Er war Professor an der chomutover Lehreranstalt und Mitgründer des Erzgebirgsvereins und starb 1885 tragisch bei dem Aufstieg auf den slowenischen Berg Triglav. Nach 1945 erfuhr das Denkmal eine Umgestaltung und Neuwidmung dem Dichter Petr Bezruč und zu diesem Anlass erhielt auch das Tal einen neuen Namen - Bezruč-Tal. 2002 wurde es zum Naturpark erklärt. Seinen Bestandteil bilden auch das Naturreservat Novodomské rašeliniště (Moor), Naturreservat Buky nad Kameničkou und das Naturdenkmal Krásná Lípa. Im Bezruč-Tal befindet sich auch eine Ruine der wahrscheinlich im 13. und 14. Jahrhundert erbauten Burg Hausberk (dt. Hausberg), die in der Literatur auch als Alberk genannt wird. Es gibt über sie keinerlei schriftlichen Überlieferungen, also ist ihr tatsächlicher Name nicht bekannt. Ihre Bezeichnung bekam sie nach dem Hügel, auf dem sie steht. Im Tal gibt es mehrere gekennzeichnete Wander- und Radwege.

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30 Berghotel Partyzán

Der Berg Strážiště (dt. Hutberg oder Hüttenberg, 511 m ü. M.) war schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein von Einheimischen gern aufgesuchter Ort für Spaziergänge. 1882 wurde hier ein hölzerner Aussichtspunkt – eine Gloriette – gebaut. Die hatte die Gestalt eines achtseitigen 8 m hohen Turmes mit einer kleinen Ausflugsgaststätte in der Grundebene. 1924 brannte die Gloriette aber aus. Der Stadtrat von Chomutov beschloss, an ihrer Stelle ein Berghotel mit Restaurant und steinernem Aussichtsturm zu bauen. Aus den vorgelegten Entwürfen wurde zum Schluss das Projekt des Architekten H. Kugler aus Chomutov ausgewählt. Der Bau begann im Jahr 1927 und dauerte bis zum 12. Dezember 1931, wo das Hotel mit dem Aussichtsturm der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Der Turm ist 20 Meter und hat 73 zur Aussichtsbühne führende Treppen. Nach dem Jahr 1946 bekam das Hotel einen neuen Namen „Horský hotel Partyzán“ (dt. „Berghotel Partisan“) und diente weiter als ein beliebtes Wanderziel. Nach 1990 wechselte es oft Mieter, bis es 2001 in private Hände verkauft wurde. 2004 brannte es aus. Von der Gaststätte sind nur die Außenwände übrig geblieben, der Turm war verwüstet und die ganze Anlage wurde stillgelegt. 2005 bis 2010 erfolgte aber ein grundlegender Wiederaufbau, bei dem die Hauptdominante, der 20 m hohe Turm, erhalten blieb. Gegenwärtig ist der Turm für die Öffentlichkeit aber nicht zugänglich, weil drin Gästezimmer sind.

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31 Museum Na Kočičáku und Verteidigungswerke in der Region Chomutov

Das entlang der Grenze mit Deutschland von dem Tal des Flusses Svatava (dt. Zwodau oder Zwota) über den Klínovec (dt. Keilberg) bis zum Berg Děčínský Sněžník (dt. Hoher Schneeberg) verlaufende Erzgebirgsmassiv war schon seit dem tiefen Mittelalter mit dichtem, das deutsche Sachsen mit seinem Zentrum Leipzig mit dem böhmischen Inland und seinem Zentrum Prag verbindendem Netz von Wegen und Handelsstraßen durchquert. Diese Wege blieben viele Jahrhunderte unverändert und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich die höchste Führung der tschechoslowakischen Armee mit der Lösung der Verteidigung im Erzgebirge befasste.

Außer den nicht umgesetzten Plänen für den Bau von schweren Befestigungsanlagen wurde vor allem mit der durch eine leichte Befestigungslinie sichergestellten Verteidigung gerechnet. 1936 bekam die Firma des Architekten František Hieke aus Louny den Auftrag zum Bau des 57 leichte Verteidigungsanlagen zählenden und einen Abwehrbogen vor der Stadt bildenden Abschnitts V.b Chomutov. Ein Jahr später sollte die bestehende durch Objekte des alten Typs gebildete Abwehrlinie im Rahmen des Bauabschnitts K-51 Chomutov zur Stärkung 25 Bunker bekommen. Der Bauauftrag wurde der Baufirma J. Stambašský aus Chomutov erteilt, die später aber zurücktrat und den Ausbau dann das Bauunternehmen Ing. J. Raynal und O. Balcar aus Prag übernahm. 1938 war die Verteidigungslinie zu Chomutov vollständig fertig und einsatzbereit. Infolge des Münchner Abkommens fiel das ganze Grenzbefestigungssystem Deutschland zu. Nach dem II. Weltkrieg verlor der Erzgebirgsvorlandwall seine strategische Bedeutung und wurde nicht mehr unterhalten. Später wurden im Zusammenhang mit dem Bergbau und Industrieausbau viele leichte Befestigungsanlagen abgerissen.

Das Museum bilden einige leichte Befestigungsobjekte aus dem Zeitraum 1936 bis 1937. Die neuere Art dieser Anlagen vertritt das schräge im Rahmen des Abschnitts K-51 Chomutov gebaute Objekt Nr. 10/A-160. Dieser Bau ist samt Ausstattung und Ausrüstung vollständig saniert und befindet sich im Zustand, den er zum Zeitpunkt des vorausgesetzten Einsatzes im Kampf mit dem Feind im Jahr 1938 hatte. Der Besucher kann hier die ursprüngliche Ausstattung, Waffen und Ausrüstung der Mannschaft, sowie die nach den erhaltenen Resten nachgemachte Tarnung sehen.

Einen Bestandteil des Museums bilden auch kleine Festungen aus dem Jahr 1936: Objekte Nr. 86/A, 87/C und 88/B des Abschnitts V.b, wobei die Nummer 87 durch ihre atypische Durchführung ohne mittlere Schießscharte eine landesweite Rarität ist. Auch dieser Bunker wurde von innen und außen in die originelle Gestalt aus dem Jahr 1938 gebracht. Die restlichen Festungen erfuhren bisher nur Außenerneuerungen.

Sehenswert ist auch die Veranschaulichung der Hindernisanlagen, die 1938 einen Bestandteil des Verteidigungssystems der meisten leichten Befestigungslinien bildeten. Es handelt sich um das längste wiederherstellte Panzerabwehrhindernis in Tschechien. Zum Museum gehören auch die restlichen den Berg Na Kočičáku umziehenden Objekte Muster 36, Nr. 85, 84 und 83, von denen die letzten zwei den Abschluss der damals wichtigen Verbindung Chomutov–Blatno bilden. Ihre Umgebung mit den bis heute sichtlichen Schanzgräben und Maschinengewehrnesten ist wirklich sehenswert. Deshalb gibt es hier schon jetzt einen Lehrpfad, auf dem zwischen den Befestigungsanlagen, Schanzgräben und vergessenen Maschinengewehrnesten eine fast 1 km lange Reise in die Geschichte unternommen werden kann. Das alles selbstverständlich mit fachlichen Erläuterungen erfahrener Reiseführer.

Öffnungszeiten: Mai–September: 10:00–17:00 Uhr

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