1. Rundgang - Zentrum Chomutov

Ein Spaziergang durch den historischen Kern der Stadt zeigt dem Besucher wie im Leporello die wichtigsten Augenblicke ihrer fast achthundertjährigen Geschichte. Er findet hier die Ordensritter, den Hussiteneinmarsch, den Ruhm der Adelsgeschlechter, Religionskriege sowie das Reichtum der Bürgerstände.

Ein Spaziergang durch den historischen Kern der Stadt zeigt dem Besucher wie im Leporello die wichtigsten Augenblicke ihrer fast achthundertjährigen Geschichte. Er findet hier die Ordensritter, den Hussiteneinmarsch, den Ruhm der Adelsgeschlechter, Religionskriege sowie das Reichtum der Bürgerstände.

1 Rathaus

In der  1. Hälfte des 13. Jahrhunderts befand sich hier ursprünglich ein Herrschaftshof des Adelgeschlechtes Načerat mit einer Kirche. Nach dem Jahr 1252, wo die Stadt der Deutschritterorden gewann, wurde der Hof zu einer Ordenskommende umgebaut. Die Kommende gehörte zu den prachtvollsten in Böhmen und wurde nach dem Vorbild der in den Städten des Deutschordensstaates im Baltikum aufgebauten Kommenden errichtet. Sie befand sich im südwestlichen Teil der Stadt und war von ihr mit einer eigenen Schanze und einem Graben getrennt. Ihre Hauptdominante bildete die St. Katharina-Kirche mit dem markant vorgesetzten Chor. An die Katharinenkirche schloss ein senkrecht angebautes frühgotisches Ordenshaus an. Hier befanden sich der Sitz des Landes- und Stadtkomturs sowie die gemeinsamen Räume der Brüder. Einen weiteren getrennten Teil bildeten die Wirtschaftsgebäude mit Stallungen, Mastställen, Speichern, Scheunen, Viehställen und einer Schmiede. 1411 ging die Kommende in die Hände des Königs Wenzel IV. über. Im 15. Jahrhundert nutzten sie mehrere verschiedene Stadtbesitzer als herrschaftlichen Sitz. Ende des 15. Jahrhunderts baute Benesch von Weitmühl (tsch. Beneš Krabice z Veitmile) die ursprüngliche Ordenskommende nach dem Vorbild der Albrechtsburg in Meißen zu einem repräsentativen Palast um. Die großzügige Umgestaltung wurde aber erst in den 20ern bis 30ern des 16. Jahrhunderts unter seinem Sohn Sebastian (tsch. Šebestián) beendet. Benesch ließ diesen Sitz noch mit einer neuen mächtigen Mauer verschanzen, in deren südwestliche Ecke ein massives später als Schlossbastion genanntes Objekt eingebaut wurde. Das diente nicht nur Verteidigungszwecken, sondern wahrscheinlich auch Wohnzwecken. 1525 erlitt es bei verheerendem Standbrand große Schäden und wurde durch Sebastian von Weitmühl folgend zu einem nach norditalienischem Vorbild mit Terrakottaelementen reichlich verzierten Renaissanceschloss umgebaut. 1605 erkaufte sich die Stadt die Freiheit und das Schloss erfuhr eine Umgestaltung zum städtischen Rathaus. 1846 wurde das Gebäude umgebaut, wobei das Renaissanceeingangsportal und die Terrakottaelemente entfernt wurden. In den Jahren 1946 bis 1947 kam es dann zum Abriss des Westflügels. Gegenwärtig befindet sich im historischen Rathausgebäude das Stadtamt der Stadt Chomutov, das Regionalmuseum in Chomutov und die Galerie Art.

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2 Kirche St. Katharina

Die heutige Gestalt der Kirche ist nach dem Umbau einer älteren zum Hof Friedrichs von Chomutov (tsch. Bedřich z Chomutova) gehörenden Kirche entstanden. Der ursprünglich kleinere Chor mit geradem Verschluss wurde unter dem Deutschritterorden in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch einen größeren spätgotischen Chor ersetzt. Als Ordenskapelle diente die Kirche bis zum Jahr 1411. Ende des 15. Jahrhunderts ist die Katharinenkirche in die Hände der Familie Weitmühl (tsch. Veitmile) gekommen. Die baute die ursprüngliche Ordenskommende zum herrschaftlichen Sitz um. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts war die Stadt Chomutov im Besitz der Adelsfamilie Lobkowitz-Hassenstein (tsch. Hasištejnští z Lobkovic), die unter den Chorfußboden ein Familiengrabmal einbauen und zwei neue Betchöre (ein Betchor des Herren und der Frau und ein Betchor der Fräulein) errichten ließ. Aus dieser Zeit stammen auch die Reste der Renaissancewandgemälde. 1605 erkaufte sich die Stadt die Freiheit und im Laufe des 17. Jahrhunderts wandelte die Katharinenkirche zur Rathauskapelle unter der Verwaltung des Jesuitenordens um. Dem Orden diente sie bis 1773, wo sie nach seiner Auflösung in private Hände kam und entweiht wurde. Die Kirche wurde folgend hergerichtet, in Geschosse gestaltet und als Lager genutzt. Sie ging dann allmählich unter. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden einige Sanierungspläne vorgelegt aber keiner von ihnen wurde umgesetzt. Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts gab es sogar Überlegungen zu ihrem Abriss. In den Jahren 1995–2000 erfuhr die Kirche aber eine aufwändige Rekonstruktion und seit dem dient sie

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3 Kirche Mariä Himmelfahrt

Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Chomutov ist voraussichtlich in den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts entstanden und wird zum ersten Mal in einem durch den Papst Johannes XXII erlassenen Schriftstück aus dem Jahr 1330 erwähnt. Ursprünglich handelte sich vielleicht um ein einfaches dreischiffiges Gotteshaus, von dem nur die Sakristei mit der durch den Treppenhausturm verbundenen Schatzkammer erhalten blieben. 1516 begann nach Plänen des Architekten Jörg Schremmle aus Chomutov ein Umbau zur typischen spätgotischen Kirche, der sich aber das ganze 16. Jahrhundert zog. Das Gewölbe des dreischiffigen Raumes entstand unter der Leitung des Meisters Jacob Hans und wird auf einem der Schlusssteine auf das Jahr 1539 datiert. 1542 wurde dann der westliche Lettner eingebaut. Die Hochrenaissancesüdempore mit reichlich verziertem Herrenbetchor  der Lobkowitz stammt aus dem Jahr 1585. 1598 betraf die Dekanalkirche ein Feuer, bei dem auch das Chorgewölbe beschädigt wurde. Ein neues Gewölbe bekam der Chor im Jahr 1625. Weitere Bauarbeiten erfolgten 1699, bei denen der westliche Renaissancegiebel abgetragen wurde. Am Ende des 19. Jahrhunderts war die Statik der Dekanalkirche so beeinträchtigt, dass sie geschlossen werden musste. Einen umfangreichen Umbau erfuhr die Kirche in den Jahren 1909–1915. Dabei wurde, angeblich nach Originalvorlagen, auch der westliche Giebel erneuert. Nach dem ursprünglichen Sanierungsplan sollten die Kirchengestaltung umgedreht und der Chor mit der Sakristei abgerissen werden. Das Vorhaben wurde zum Glück nicht umgesetzt.

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4 Stadtturm

Ursprünglich handelte sich um den südlichen im Rahmen einer spätgotischen Umgestaltung um 1520 erbauten Turm der Dekanalkirche Mariä Himmelfahrt. Im Eingangserdgeschoss und im in das erste Geschoss führenden Wendeltreppenhaus gibt es Rautengewölbe, das die Zeitbezogenheit des Meißner Stils in Chomutov auch im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts bezeugt. Der Stadtturm diente als ein Glockenturm, brachte aber auch die Stadtfreiheiten zum Ausdruck. Deshalb wurde er nicht durch die Pfarrei verwaltet, sondern durch die Stadt. Im Unterschied zu den Königsstädten war er aber nicht Bestandteil des Rathauses (wie in Kadaň (dt. Kaaden), Most (dt. Brüx), Prag oder Brünn). Hier liegt er, wie bei einigen untergebenen Städten, am Gotteshaus an. Er wurde 1584 fertiggestellt, aber schon einige Jahre später durch einen Brand beschädigt. 1613 hinterließ ein Stadtbürger in seinem Testament Geldmittel für seine Reparatur und den Anbau eines neuen Geschosses. Beides wurde 1614 beendet. Die Turmunterhaltung war schwierig und kostspielig und schon 1651 musste das Dach repariert werden. Bei dieser Gelegenheit wurde auf die Dachspitze ein vergoldeter Messingadler angebracht, der die ursprüngliche Sonne mit Sternen ersetzte. 1873 erfolgte dankt einer Spende des chomutover Bürgers Friedrich Collin ein erneuter Umbau, bei dem der Turm den Renaissancedachstuhl und damit auch die Kuppelgestalt verlor und sein gegenwärtiges neugotisches Bild bekam. Der letzte Umbau fand im Zeitraum 1985–1990 statt. Seit dem dient er auch als städtischer Aussichtsturm.

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5 Dreifaltigkeitssäule

Dieses barocke Bildhauerdenkmal ist 1697 dank der Stiftung des chomutover Bäckermeisters Andreas Wolf und seiner Frau Katharina entstanden. Die Plastiken sind das Werk von Ambros Lorenz (tsch. Ambrož Laurentis). An der Spitze des Sandsteinwerkes befindet sich Jesus Christus mit dem Kreuz, zu seiner Rechten die Jungfrau Maria und zu seiner Linken die heilige Anna. Auf der anderen Seite der Säule finden wir den heiligen Joseph mit der Lilie und dem Buch. Über diesen befindet sich der segnende Gott der Vater und auf dem höchsten Punkt der Heiligen Trinität ist die Taube als Sinnbild des Heiligen Geistes. Auf den Seiten des Sockels sind die Namen  der Spender Andreas Wolf und Katharina Theresa Wolf und eine Fürbitte zum Schutz der Stadt vor Hunger, Krieg und Pest ausgemeißelt. 1719 wurden auf den Sockel den heiligen Johannes von Nepomuk, die heilige Rosalia von Sizilien, die heilige Katharina von Alexandrien und den heiligen Johannes den Täufer darstellenden Skulpturen aufgestellt. 1725 wurde an die ursprüngliche Säule noch eine steinerne Kanzel (Balustrade) mit Statuen der Heiligen Florian, Johann, Francisco de Xavier, Leonhard von Noblac, Rochus von Montpellier, Viktor und Wenzel vom Bildhauer Johann Oswald angebaut. Die ausbleibenden Attribute erschweren die Identifizierung der Statuen. Der Einstieg in die Kanzel ist mit zwei Engeln als Lichtträgern umrahmt. Ein Bestandteil der Wolf-Stiftung war auch die von der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt zu der  Dreifaltigkeitssäule führende St. Anna Wallfahrts-Prozession (26. Juli). 1962 wurde die Säule erneuert und wegen des ÖPNV auf den gegenwärtigen Platz versetzt. Ursprünglich stand sie aber mehr darunter, gegenüber der Einmündung der Chelčického-Str. auf den Markt.

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6 Haus Nr. 44

Das Eckhaus an der nordwestlichen Ecke des Markplatzes in Chomutov steht auf einem der ältesten Grundstücke der Stadt. Seine Wichtigkeit bezeugt auch die Nähe des städtischen Gotteshauses. An dieser Stelle befand sich wahrscheinlich das Haus des Richters, später wurde das auf zwei Grundstücken liegende Haus als Rathaus und Salzhaus genutzt. Der Bau des alten Rathauses konnte ungefähr kurz vor dem Jahr 1397 erfolgen, wo das Bauvorhaben durch den Land- und Stadtkomtur des Deutschritterordens genehmigt wurde. Das ursprüngliche Gebäude war vielleicht ein Block- oder Fachwerkhaus mit gemauertem Erdgeschoss und Kellerräumen. Gegenwärtig sind nur ein Teil unter der Ecke und eine Kammer gegenüber der Kirche Mariä Himmelfahrt erhalten geblieben. Zur Sanierung des Hauses kam es vermutlich erst nach dem Ende der Hussitenkriege. 1460 hatte es schon die gegenwärtige Größe und beherbergte außer dem Rathaus auch noch die Stadtschatzkammer, die Stadtwaage und das Salzhaus. Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde das Rathaus im Renaissancestil umgebaut, 1598 brannte es aber aus. Im Jahr 1605, wo sich die Stadt die Freiheit erkaufte, ist das Rathaus aber in das Schloss umgezogen und das Gebäude diente als Kneipe und städtische Brauerei. Im Dreißigjährigen Krieg zerfiel es, blieb aber weiterhin im städtischen Besitz. Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es hergerichtet, wobei im Erdgeschoss Handelsräume und im Obergeschoss Wohnungen für Stadtbedienstete entstanden sind. Im Jahr 1813 wurde hier während des Treffens der verbündeten Monarchen in Chomutov der preußische König Friedrich Wilhelm III. untergebracht. Nach dem Jahr 1849 diente es als Bezirksgericht. Ende des 19. Jahrhunderts kehrten in das Erdgeschoss wieder Geschäfte zurück und im Obergeschoss gibt es erneut Wohnungen.

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7 Haus Nr. 9

Es wird auch Collin’s Haus genannt. An seiner Stelle gab es früher zwei gotische Häuser, die aber in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts verfielen. Unter dem rechten Hausteil sind noch ihre ursprünglichen Kellerräume erhalten geblieben. Um 1450 wurde da ein neues Haus gebaut, dessen prächtiges Rautengewölbe bei keinem anderen Bürgerhaus ein vergleichbares Pendant findet. Ältere Literatur bringt die Entstehung dieses Hauses mit der chomutover Bürgerfamilie Collin in Verbindung, was aber nicht bestätigt werden kann. Zum Haus gehörten auch Bierbraurechte und Weinberge. Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts wurde das Haus reichlich mit Rautengewölbe versehen. Das befindet sich in drei Laubengangfeldern vor dem Haus, im großen Eingangsraum, Nebensaal, Innenhofgang und in einer Kammer. Das komplizierte Gewölbemuster des Nebensaales stimmt genau mit dem Rautengewölbemuster im Haus des Meißner Bischofs im sächsischen Wurzen überein. Wer der ursprüngliche Hausbesitzer und Gewölbeauftraggeber war, ist bisher ungeklärt geblieben. Eine der Möglichkeiten ist, dass das Haus als Witwensitz der Benussa Czalta von Steinberg (tsch. Kamenná Hora) (†1511), Gattin des Benesch von Weitmühl (tsch. Beneš z Veitmile) diente. Im Jahr 1530 war das Haus schon im Besitz von Daniel Reinhard und es handelte sich um das einzige Bürgerhaus, in dem Adelige untergebracht werden durften. Das Privileg dazu erteilten ihm die Herren von Weitmühl. Später ist das Haus in die Hände von Niklas Wolf übergangen und 1590 kaufte es Friedrich Collin (tsch. Bedřich Kolin). Das Haus blieb im Besitz der Familie Collin bis tief in das 19. Jahrhundert. Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es grundsätzlich klassizistisch umgebaut. Eine große Neugestaltung erfuhr es noch in den  50er Jahren des 20. Jahrhunderts, wo im Erdgeschoss neue Bogenfenster- und -türgewände eingebaut wurden. 1963 bis 1973 befand sich im Haus Nr. 9 der Betriebsclub des Bergwerkes Jan Šverma. Der sog. „Švermák“ zählte zu den ältesten Big Beat-Clubs der Tschechoslowakei.

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8 Häuser Nr. 14 und 15

Das Haus Nr. 14 baute nach der Ausplünderung und Besetzung der Stadt durch die Hussiten-Heere im Jahr 1423 die chomutover Familie Hynec, um hier Malz herzustellen und Bier zu brauen und eine Bier- und Weinschenke zu betreiben. Im Gasthaus durfte auch die sog. „gehobene Gesellschaft“ (Adel, reiche Wappengenossen) untergebracht werden. Im Besitz der Familie Hynec blieb das Haus bis 1606. Dann verkaufte sie es dem annaberger Bürger Paul Roth. Der bewirtschaftete es bis 1637, wo er nach Sachsen zurückkehrte. Das Gasthaus und das Haus kaufte dann der Mälzer Jan Sedlář, der aber mit seiner ganzen Familie durch die kaiserlichen Soldaten des Götz Regimentes ermordet wurde. Das Haus blieb so bis Ende des Dreißigjährigen Krieges öde. Einige Jahre nach dem Krieg verpachtete sich das Haus von der Stadt der ehemalige kaiserliche Offizier Johann Adam Kirsch, der da dann wohnte und erneut das Gasthaus und die Schenke betrieb. Am 18. November 1676 nahm es Jakob Schmucler in Pacht, der es „Reiter“ nannte, weil dort oft Offiziere der Reiter-Regimente und der Garnison von Chomutov Unterkunft fanden. Das Haus wechselte als Gasthaus und später als Hotel verschiedene Besitzer. 1920 kaufte es die Deutsche Kreditanstalt und baute zu einem Bankhaus um.

Das Haus Nr. 15 zählte schon seit Ende 15. Jahrhunderts zu den größten Bürgerhäusern in Chomutov und verfügte über Malz- und Bierbraurechte und ab dem 16. Jahrhundert über Schankrechte. Am Anfang des 18. Jahrhunderts entstand hier das erste Hotel, das den Namen „Zum schwarzen Adler“ trug. Von Anfang des 19. Jahrhunderts war es im Besitz der Familie Doberauer. 1894 bis 1937 betrieb das Hotel der chomutover Verein Bürgerbräu. Ihren Sitz hatten hier auch viele örtliche Vereine (chomutover Handwerkerverein, Deutscher Sportverein „Schwalbe“..., usw.) und im Saal des Hotels wurde 1921 das Invaliden-Kino errichtet, dessen Erträge zugunsten der Kriegsinvaliden verwendet wurden (nach dem Jahr 1945 hieß es Kino Slavia und nach 1955 Kino Svět).

Beide Häuser erinnern an das Treffen der drei Monarchen in Chomutov im Rahmen der antinapoleonischen Koalition am 21.-24. August 1813, an dem der österreichische Kaiser Franz I., der preußische König Friedrich Wilhelm III. und der russische Zar Alexander I. zusammenkamen. Die Herrscher begleiteten auch umfangreiche Gefolgschaft und Generalität der alliierte Armeen – Bruder des Zaren Alexander Großfürst Konstantin, Oberbefehlshaber der russischen Truppen Barclay de Tolly, Alexander Iwanowitsch Graf Ostermann-Tolstoi, österreichischer Feldmarschall und Oberbefehlshaber über die böhmischen Streitkräfte Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg, General Hieronymus Graf von Colloredo-Mannsfeld, österreichischer Kommandeur Graf Ferdinand von Bubna, Heerführer der böhmischen Streitkräfte Feldmarschallleutnant Joseph Wenzel Graf Radetzky von Radetz und russischer Feldmarschal Jean-Victor Moreau. Außer den politischen Konsequenzen des Österreichischen Beitritts zur Koalition befasste sich das Treffen auch mit der Abstimmung der Pläne des bevorstehenden Feldzugs und des gemeinsamen Vorgehens von allen verbündeten Streitkräften. Chomutov wurde für diese Zusammenkunft wegen seiner Lage an Zugängen zu Sachsen und seiner Nähe zu der bestehenden Frontlinie gewählt. Gerade Sachsen wurde als ein vorteilhaftes Schlachtfeld für die entscheidende Auseinandersetzung mit Napoleon und seinen Verbündeten ausgesucht, die später als Völkerschlacht bezeichnet wurde.

Die Beratung, während der die späteren politischen Ereignisse Europas beschlossen wurden, dauerte bis zum 24. August. In Chomutov wurde auch der Befehl zum sofortigen Marsch der Alliierten Armee nach Sachsen ausgegeben. Die verbündeten Streitkräfte brachen dann auf der leipziger Straße über das Erzgebirge in Richtung Dresden auf. In den Chroniken wird erwähnt, dass vom 24. - 25. August durch Chomutov bis 120 000 alliierte Soldaten durchmarschierten.

Am 4. Oktober setzten sich die Heere der Verbündeten erneut konzentriert nach Sachsen in Bewegung und am 5. Oktober kehrten der russische Zar Alexander und der österreichische Kaiser Franz nach Chomutov zurück. Zusammen mit den Monarchen kamen auch die Auslandsminister – für Österreich der Kanzler Fürst Metternich, für Russland der Graf Nesselrode und für England der Lord Castlereagh – und der sardinische Diplomat Prospero Balbo di Vinadio.

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9 Galerie Špejchar (Speicher)

Das am Anfang des Jahres 1613 gebaute Renaissancegebäude war ursprünglich ein einschiffiges zum Jesuitenkolleg gehörendes Oratorium. Es verfügte auch über einen Glockenturm, der später in die barocke St. Ignatius Kirche eingeschlossen wurde. In dieser Form können wir das Objekt auch auf der Stadt-Vedute (Ansicht) von Jacob Hoefnagel aus dem Jahr 1617 sehen. Als Kollegtempel diente es bis 1668, wo eine neue Kollegkirche geweiht wurde. Im Rahmen der Umgestaltung wurden dann die Geschosse hergerichtet und das Haus wurde als Kollegrefektorium genutzt. Hier wurde auch das berühmte Jesuitentheater gepflegt und im Refektorium fand die erste Operaufführung in Chomutov statt. Nach dem Jahr 1773 wurde das Gebäude mit einem Großteil des Jesuitenkollegs der Armee übergeben. Im 19. Jahrhundert diente es teilweise als Getreidespeicher oder Lager. Nach 1968 gab es hier Lagerräume eines Industrieartikelgeschäftes. Schon in den 80er Jahren wurden Pläne für eine Sanierung des verwüsteten Bauwerkes und Nutzung als Theater der Stadt Chomutov erarbeitet. Das Projekt wurde 1984 vorgelegt, fand aber nie statt. 1990 verpachtete die Stadt einen Teil des Objektes als Gewerbeflächen und ermöglichte hier die Errichtung einer privaten Galerie. Der Umbau mit einer gleichlaufenden Wiederherstellung des Kolleginnenhofes begann 1995 und endete 2001, wo hier die Stadtgalerie Speicher eröffnet wurde.

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10 Kirche St. Ignatius

Die ursprüngliche Kollegkirche diente am Anfang des 17. Jahrhunderts als provisorisches Jesuitengotteshaus, bis dann Mitte des 17. Jahrhunderts die gegenwärtige Kirche erbaut wurde. Heutzutage befindet sich in ihren Räumlichkeiten die Galerie Špejchar (dt. Speicher). Der Bau der Ignatiuskirche begann erst nach Ende des Dreißigjährigen Kriegs im Mai 1663 und er wurde dem in Böhmen lebenden italienischen Architekten Carlo Lurago anvertraut. Die Weihung erfolgte im Juni 1668. Zusammen mit der Ignatiuskirche wurde auch ein neuer Kollegflügel errichtet, mit dem die ganze Quadratur des Jesuitenareals abgeschlossen wurde. Das ursprüngliche Renaissancegotteshaus wurde zum Refektorium umgestaltet und sein Turm in das westliche Portal des jüngeren Tempels integriert. Die Ignatiuskirche ist ein typisches Beispiel der frühbarocken Jesuitenarchitektur in böhmischen Ländern. Es handelt sich um ein einschiffiges Objekt mit in drei Felder gegliedertem Stichkappengewölbe und länglichem Chor. An den Seiten des Hauptschiffs befinden sich zwischen eingezogenen Stützpfeilern die Seitenkapellen mit darüber liegenden Emporen. Die Kirche öffnet sich mit ihrer zweitürmigen einstöckigen Stirnseite in Richtung Marktplatz. Der eigene Bau wurde durch die Jesuitenkirche in Klatovy oder die Salvatorkirche im prager Clementinum geprägt. Die Gestaltung mit zwei Vielecktürmen kann ihr Vorbild im Dom von Salzburg haben. Der Innenbereich wurde in den 80er Jahren des 17. Jahrhunderts beendet. Besondere Aufmerksamkeit verdient vor allem die hochwertige Stuckverzierung der Seitenkapellen, besonders der Annenkapelle, im norditalienischen Baustil. Das Mobiliar und die Dekoration haben sich im Laufe der Zeit mehrmals geändert. Einen wichtigen Bestandteil bildete auch die im Jahr 1585 erstellte Kopie des Tafelbildes Ecce-Homo von dem Monogramisten I. W. aus dem Jahr 1541 (sie ist jetzt im Regionalmuseum in  Chomutov ausgestellt) und die gotische kurz nach der Fertigstellung der Kirche gestiftete Skulptur der Jungfrau Maria. Das ursprüngliche Hauptaltarbild ist nicht bekannt, aber 1865 wurde durch den chomutover Maler Wilhelm Kandler ein neues Gemälde St. Ignatius von Loyola erstellt. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde die Ignatiuskirche mit einer neuen spätgotischen Orgel, einem Rokokoaltar der Jungfrau Maria und einer Kopie des Ecce-Homo-Gemäldes ausgestattet.

1725 wurden nach Chomutov die durch Kardinal Salerno gestifteten Gebeine des heiligen Viktor gebracht und in der Ignatiuskirche feierlich beigesetzt. Nach der Aufhebung des Ordens und des Jesuitenkollegs im Jahr 1773 wurde das Gotteshaus für kurze Zeit den Ständen Böhmens übergeben, aber schon 1788 durch das Militär als Kirche für die neu errichtete Kaserne übernommen. Obwohl die Kirche zum Armeeeigentum wurde, diente sie auch als Garnisonskirche und war ebenfalls für die Öffentlichkeit zugänglich. 1899–1911 übernahm sie kurz die Rolle der städtischen Dekanalkirche, weil die Kirche Mariä Himmelfahrt wegen ihres baufälligen Zustandes und folgender Sanierung geschlossen wurde.

Nach 1945 verfiel das Gotteshaus allmählich und schon 1955 wurde sein Innenraum als baufällig bezeichnet. Durch die militärische Bewirtschaftung und Wandalismus blieb es so bis zum Jahr 1992, wo seine Sanierung begonnen wurde. Die Rekonstruktion erfolgte im Zeitraum 1992 bis 2000. Gegenwärtig gehören die Ignatiuskirche und ein Großteil des Jesuitenkollegs der städtischen Einrichtung Kultur- und Bibliothekservice-Zentrum, die sie zu Konzerten und Ausstellungen nutzt.

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11 Jesuitenkolleg, Quadratur

Die Gesellschaft Jesu kam nach Chomutov im Jahr 1589 auf Einladung von Georg Popel von Lobkowitz (tsch. Jiří Popel z Lobkovic), der hier nicht nur die Errichtung eines Jesuitenkollegs und Ḁgymnasiums, sondern auch die Umwandlung der evangelisch geprägten Stadt zur katholischen beabsichtigte. Der Bau des Kollegs begann 1590 und Georg Popel kaufte zu diesem Zweck im südöstlichen Teil des Marktplatzes Grundstücke mehrerer Bürgerhäuser auf. Der Arkadenhof mit der provisorischen Kirche (die gegenwärtige Galerie Špejchar (dt. Speicher)) wurde erst 1613 fertiggestellt. Die Ursache dieser Verzögerung lag nicht nur im Widerstand der örtlichen Protestanten, sondern auch im gesellschaftlichen Fall und der Einkerkerung von Georg Popel im Jahr 1594. Die Fertigstellung des ganzen Areals verhinderte der Dreißigjährige Krieg. Im Februar 1663 schloss der Rektor des Jesuitenkollegs mit dem Baumeister Carlo Lurago einen Vertrag über den Bau der Ignatiuskirche und die Fertigstellung des Kollegs ab. Das ist 1671 gelungen. Das Kolleg in der neuen Gestaltung diente bis 1773, wo es stillgelegt wurde. Im Mai 1776 wurde die Quadratur in die Kaserne des 36. Infanterieregimentes Fürsten Kinsky umgewandelt. Als Kaserne diente das Kolleg bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts. 1828 wurden Chomutov zur Garnisonsstadt erklärt und das 36. Infanterieregiment durch das 1. böhmische Feldjägerbataillon ersetzt, das 1847 wiederum das 22. ablöste. Das verweilte in Chomutov bis zum Jahr 1847, wo an seine Stelle das 42. böhmische Landwehr-Infanteriebataillon einzog. 1882 entstand das 92. Infanterieregiment Chomutov, das hier bis zum Jahr 1919 den Garnisonsdienst hielt. Dann wurde es durch das 46. tschechoslowakische Infanterieregiment ersetzt und das Areal zur Masaryk Kaserne umbenannt. 1938 bis 1945 war hier die deutsche Flugzeugabwehrartillerie stationiert. Der Standort diente bis 1968 als Kaserne noch der Tschechoslowakischen Volksarmee. 1981 bis 1996 wurde die Quadratur umfangreich rekonstruiert und gegenwärtig ist hier das Kultur- und Bibliothekservice-Zentrum untergebracht.

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12 Georg Popel-Haus

Das 1590 gebaute Haus sollte nach der ursprünglichen Bestimmung des chomutover Herrn Georg Popel von Lobkowitz (tsch. Jiří Popel z Lobkovic) als städtisches Armenhaus der Ordensgemeinschaft Gesellschaft Jesu dienen. Das einflügelige in den Stadtzwinger vorgesetzte Renaissancegebäude wurde direkt an der Stelle der ursprünglichen Stadthauptmauer in Anlehnung an eine Bastion gebaut. Nach der Fertigstellung diente es aber nicht dem ursprünglichen Zweck, sondern kurz als Jesuiten-Seminar. 1598 wurde es bei einem Stadtbrand vernichtet. Ein Jahr später erfolgte seine Reparatur, während der ein zweites Stock und ein weiterer Flügel angebaut wurden. Erhöht wurde auch die ursprüngliche Bastion und mit einem Renaissancehelmdach versehen. Bestandteil des Jesuitenkollegs war auch das Ende des 17. Jahrhunderts gebaute Haus des Kollegverwalters. Als Seminar diente das Jesuitenkolleggebäude bis zum Jahr 1773, wo der Orden aufgelöst wurde. 1779 wurde es durch die Dominikaner übernommen und zu einem Gymnasium umgestaltet. 1786 ist das Gymnasium unter die Verwaltung der Stadt übergangen. 1811 drohte seine Schließung, also nahmen es die Zisterzienser aus Osek (dt. Ossegg) auf. Ende der 30er bis Anfang der 40er Jahre des 19. Jahrhunderts erfuhr das Gebäude eine grundlegende Sanierung. Die Fassade bekam eine spätklassizistische Gestaltung, die ursprüngliche Turmkuppel wurde abgetragen und an ihrer Stelle eine Bühne für astronomische sowie meteorologische Beobachtungen errichtet. 1851 übernahm die Verwaltung der Schule wieder die Stadt, die hier ein Obergymnasium und ab 1870 ein Realgymnasium berieb. Das blieb da bis zum Jahr 1932, wo im Ortsteil Am Weinberg ein neues Realgymnasium entstanden ist. Das alte Gymnasium wurde dann der Tschechoslowakischen Armee übergeben und in den Komplex der Masaryk Kaserne integriert. Die Armee nutzte das Gebäude bis zum Jahr 1968. 1970–1972 wurde es saniert und der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei übergeben. Die betrieb es als sog. Haus der politischen Erziehung und veranstaltete hier Studiengänge der Marxismus-Leninismus-Abenduniversität (VUML). Im Jahr 1974 zog in einige Räume die Kreisbibliothek ein und 1981 wurde sie durch das Regionalmuseum ersetzt. 1989 bekam das Museum auch die Räumlichkeiten des damaligen Hauses der politischen Erziehung zur Verfügung. Im Gebäude, das den Namen seines Gründers Georg Popel von Lobkowitz trägt, ist heute das Regionalmuseum von Chomutov untergebracht.

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13 Reste der Wehranlagen und die Bastei Nr. 15

Schon in der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde um Chomutov eine aus Mauern mit einem Graben gebildete Wehranlage gebaut. Die Stadttürme wurden erst später schriftlich belegt, aber es kann vorausgesetzt werden, dass sie wesentlich früher entstanden sind - besonders in der an die Kommende des Deutschritterordens anliegenden Stadtmauer. In die Stadt führten drei Tore: das Weintor (von dem Hus-Platz), das Untere Tor (Ruskástr.) und das Brotbänke-Tor (Chelčického-Str.). Das ursprüngliche Obere Tor erschloss den Wirtschaftsraum der Kommende, ihr genauer Standort ist heute aber nicht mehr bekannt. Das neue Obere Tor, das sich an der Stelle des gegenwärtigen Einkaufscenters Central befand, ist erst in den 30er Jahren des 16. Jahrhunderts entstanden. 1404 ließ der Landkomtur Ulrich von Aussig (tsch. Oldřich z Ústí) die Stadt mit einer doppelten Mauer, also einer Hauptwehranlage, einer Zwingermauer mit halbrunden Basteien und einem neuen breiten Graben, verschanzen. Schwere Schäden erlitt die Stadtmauer bei der Erstürmung der Stadt durch die Hussiten im Jahr 1421 und einen Wiederaufbau erfuhr sie erst unter Benesch und Sebastian von Weitmühl (tsch. Beneš a Šebestián z Veitmile). Zu weiteren teilweisen Herrichtungen kam es unter Georg Popel von Lobkowitz (tsch. Jiří Popel z Lobkovic) Ende des 16. Jahrhunderts. Im 17. und 18. Jahrhundert verfielen die ungepflegten Schanzen und wurden in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts samt den Stadttoren abgerissen. Die am besten erhaltenen Stadtmauerteile bilden gegenwärtig die Reste der Zwingermauer mit einer kleinen halbrunden Bastei Haus-Nr. 15 in der Riegrova-Str. Die räumliche Struktur der Stadtmauer ist gegenwärtig noch in der Gestaltung der gegenwärtigen Straßen (Farského-Str., Mánesova-Str. und Na Příkopechstr.) zu erkennen.

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14 Spitalkirche zum Heiligen Geist

Die ursprüngliche vermutlich dem Heiligen Geist geweihte Spitalkirche wurde in der damaligen Prager Vorstadt wahrscheinlich schon im 14. Jahrhundert gebaut. Am Anfang des 16. Jahrhunderts erfuhr sie eine wesentliche Umgestaltung und von 1590 bis 1621 diente sie als evangelisches Gotteshaus den örtlichen Protestanten, weil sie durch den Stadtherren Georg Popel von Lobkowitz (tsch. Jiří Popel z Lobkovic) mit Hilfe der Jesuiten aus der städtischen Kirche der Jungfrau Maria Himmelfahrt verwiesen wurden. 1598 brannte sie samt dem benachbarten Hospital aus. Ein weiteres Feuer beschädigte die Kirche im Jahr 1638 und ihr Wiederaufbau gelang dank den Spenden der chomutover Seiler. 1642 erlag die Kirche mit der ganzen Prager Vorstadt erneut einem großen Brand. 1677 wurde sie erneut aufgebaut und brannte 1774 wieder ab. In den Jahren 1778 bis 1781 erfolgte ihre grundlegende Instandsetzung im barocken Stil, wobei sie eine neue Gestaltung mit länglichem Schiff und mäßig abgesetztem flachem Vieleckchor bekam. Von der ursprünglichen gotischen Kirche ist bis heute nur ein spätgotischer Stützring in der östlichen Presbyteriumwand erhalten geblieben. Die Kirche zum Heiligen Geist hat keinen Turm, nur ein achteckiges Giebeltürmchen auf dem Giebeldach. 1794 wurde sie das letzte Mal durch ein Feuer heimgesucht, die folgenden Reparaturen waren aber nicht mehr so umfangreich, wie nach den vorherigen Bränden. 1900 sanierte die Kirche erneut die Stadt, die über sie das Patronatsrecht hatte. Das bezeugt auch das Stadtwappen an der Stirnseite. Nach dem Jahr 1950 fiel das Gotteshaus der orthodoxen Kirche zu, die es bis heute betreibt. 1967 wurde das anliegende Spitalgebäude abgerissen und letzte Bauherrichtungen fanden im Jahr 2000 statt.

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15 Botanischer Minigarten

Die neu eröffnete Parkanlage, in der ein botanischer Minigarten errichtet wurde, befindet sich am Rande des städtischen Denkmalgebietes in der Nachbarschaft des Amtsgerichtes. An dieser Stelle gab es in der Vergangenheit den Stadtfriedhof und bereits an der Wende des 19. und 20. Jahrhunderts wurde hier der Theodor Körner-Park mit einer Promenadengestaltung eröffnet. Gegenwärtig dient die Parkanlage nicht nur der Entspannung und Erholung, sondern auch als botanischer Minigarten, der die Besucher mit den für das Erzgebirge typischen Pflanzen und weiteren Arten bekannt macht.

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16 Haus Nr. 32 Zu den zwei kleinen Bären

Das Haus Nr. 32, das gegenwärtig nach der Abbildung am Portal als „Zu den zwei kleinen Bären“ bezeichnet wird, zählt zu den schönsten Renaissancegebäuden in Chomutov. Schon die alte Hausnummer deutet an, dass es sich um eins der ältesten Häuser handelt und seine Bedeutung bezeugt auch die aufwendige Renaissanceerneuerung. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erwarb es im baufälligen Zustand die Familie Goldammer aus Behernfeld, die es wieder herrichten ließ. Die Familie Goldammer und danach auch die mit ihr verwandte Familie Wohlgemuth betrieben da das erste Postamt in Chomutov. Das blieb hier bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts und das Gebäude war lange als die „Alte Post“ bekannt. Am Anfang des 19. Jahrhunderts wechselte es den Besitzer und ging in die Hände der Familie Herbrich über. Das Renaissancesandsteinportal ist eins der schönsten in  Chomutov. Außer den schon erwähnten zwei kleinen Bären finden wir im Portalgewölbestein das Wappen mit einem Ammer mit gespreizten Flügeln – Zeichen der Familie Goldammer aus Behernfeld.

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17 Haus Nr. 48 Zu den zwei Rittern

Das Haus Nr. 48 war von alters her im Besitz der Familie Svojetín von Svojetín. Zu der Familie gibt es Aufzeichnungen in den Stadtbüchern, z. B. über den Kauf des Hopfenfeldes hinter dem Weintor an der St. Anna-Statue durch Jan Daniel Svojetín. Die Familie Svojetín besaß umfangreiche Weinberge und betrieb im Haus eine Weinstube und einen Weinverkauf. Der letzte von der Familie Svojetín gewann im Jahr 1773 als Stadtrat für die Stadt Chomutov die Gemeinde Hrušovany (dt. Hruschowan). Nach seinem Tot fielen das Haus und sein ganzes Vermögen der Stadt zu. Das Haus kaufte später Johann Binder aus sächsischem Annaberg und errichtete hier eine Kneipe und Weinstube. Nach der Sanierung des Hauses wurde die Weinstube am 25. August 1902 eröffnet. Die Familie Binder besaß die Binder’s Weinstube bis zum Jahr 1945. Nach dem Krieg wurde hier die Gaststätte „Zu den zwei Rittern“ errichtet, die es da bis heute gibt. In der Gaststätte ist zum großen Teil die authentische Innengestaltung der ursprünglichen Binder’s Weinstube erhalten geblieben. Später wurden auch die ursprünglichen Weinkeller des Binder’s Weingroßhandels genutzt. Die historiesierende Innenraumarchitektur mit reicher Ausmalung hat bis heute ihre Anziehungskraft behalten.

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